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Mitteilungen des Vorstandes
Adipositas-Leitlinie in der Überarbeitung
erstellt am 30.06.2010
Mitteilung:
30. Juni 2010
Unter Federführung der DAG und mit Beteiligung von DGEM, DDG und voraussichtlich weiteren Fachgesell-schaften wird derzeit die "Evidenzbasierte Leitlinie zur Therapie und Prävention der Adipositas" mit letztem Stand von 2007 (ergänzte Version) überarbeitet. Diesen Beschluss fassten Vorstand und Beirat der DAG im April. Einstimmig gewählter Leitlinienbeauftragter ist Herr Prof. Wirth (Bad Rothenfelde). Die neue Version (S3) wird nicht vor 2011 zur Verfügung stehen.
Europaparlament: Ampel auf Grün schalten!
erstellt am 14.06.2010
Mitteilung:
Bündnis aus Verbraucher- und Gesundheitsorganisationen fordert verständliche Nährwertkennzeichnung
14. Juni 2010
Ein breites Bündnis von Verbraucher- und Gesundheitsorganisationen fordert die Ampel. Und zwar für die Kennzeichnung von Lebensmitteln. Am Mittwoch (16. Juni) entscheidet das Europaparlament in erster Lesung über die sogenannte Lebensmittelinformationsverordnung. Bereits im Februar hatte das Bündnis in einem Schreiben an alle EU Parlamentarier appelliert, für die Ampelkennzeichnung als leicht verständliche Entscheidungshilfe bei der Auswahl von Lebensmitteln zu votieren. Im März gab es eine hauchdünne Entscheidung im zuständigen Umweltausschuss. Mit 30:30 Stimmen bei zwei Enthaltungen wurde der Änderungsantrag zugunsten der Ampel nicht angenommen. Das Bündnis hofft nun auf das Plenum.
Zu den Bündnispartnern gehören der Verbraucherzentrale Bundesverband, der GKV-Spitzenverband, die AOK, die Bundesärztekammer, der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, die Deutsche Herzstiftung, die Deutsche Adipositas-Gesellschaft sowie die Gesamtorganisation diabetesDE.
Jeder zweite Erwachsene übergewichtig oder adipös
Laut Nationaler Verzehrsstudie (2008) sind mehr als die Hälfte der erwachsenen Deutschen übergewichtig oder adipös. Bei den Frauen ist es jede zweite, bei den Männern sogar zwei von drei. Zudem gibt es 1,9 Millionen übergewichtige Kinder und Jugendliche in Deutschland (KIGGS-Studie, 2007). Angesichts dieser Zahlen und der durch Fehlernährung mitverursachten Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und vorzeitigem Gelenkverschleiß halten es die Organisationen für dringend notwendig, dass Verbraucher eine klare und auf einen Blick verständliche Orientierung über die Zusammensetzung von Lebensmitteln erhalten. Sie fordern daher ergänzend zu einer ausführlichen Nährwerttabelle auf der Rückseite eine europaweit verpflichtende Ampelkennzeichnung für die Nährstoffe Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz auf der Vorderseite der Lebensmittelverpackung.
95 Prozent verstehen die Ampel
Das von der Lebensmittelwirtschaft präferierte sogenannte GDA-Modell, bei dem für Energie, Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz der Anteil einer Portion am Tagesbedarf dargestellt wird, lehnen die Verbraucher- und Gesundheitsverbände ab, da es laut wissenschaftlichen Untersuchungen schwer verständlich ist. So hatte die Fachhochschule Münster im direkten Vergleich zwischen Nährwertampel und GDA-Kennzeichnung herausgefunden, dass mit der GDA-Kennzeichnung weniger als die Hälfte der Verbraucher erkennen konnten, in welchem von zwei vergleichbaren Lebensmitteln weniger Zucker enthalten war. Mit der Ampelkennzeichnung konnten dies hingegen 95 Prozent der Befragten identifizieren. Außerdem gaben drei Viertel der Befragten an, dass sie die Ampel bei Kaufentscheidungen für hilfreicher und verständlicher halten und diese im Vergleich zur GDA-Kennzeichnung bevorzugen würden.
Zitate der Organisationen (in alphabetischer Reihenfolge)
AOK-Bundesverband: "Europa sollte grünes Licht geben für die Lebensmittel-Ampel. Mit der Ampel kann man unkompliziert gesünder einkaufen und braucht dazu weder eine Leselupe noch ein "‘Lebensmittel-Abitur‘ ". (Jürgen Graalmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender)
Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands: "Mangelnde und unverständliche Nährwertkennzeichnungen sind mit Schuld an ernährungsbedingten Krankheiten wie Fettleibigkeit und Diabetes." (Dr. med. Wolfram Hartmann, Präsident)
Bundesärztekammer: "Sehr viele Menschen ernähren sich ungesund, weil sie gar nicht darüber informiert sind, wie hoch der Nährwert mancher Produkte ist. Eine klar verständliche Kennzeichnung von Lebensmitteln würde helfen, ein Produkt als ‚gesund' oder ‚ungesund' einzuordnen, um es besser mit anderen Produkten zu vergleichen. Die Ampelkennzeichnung kann dazu eine entscheidende Hilfestellung geben." (Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident)
Deutsche Herzstiftung e.V.: "Die Ampelkennzeichnung hilft, Lebensmittel gesundheitsbewusster auszuwählen, ungesunder Ernährung und Übergewicht entgegenzuwirken und damit sehr wichtige Risikofaktoren für Herz-Kreislauf- und andere Krankheiten zu reduzieren. Es geht dabei nicht darum, bestimmte Lebensmittel zu erlauben oder zu verbieten. Vielmehr soll eine nutzerfreundliche Kennzeichnung die Verbraucher dazu motivieren, über ihre Ernährung nachzudenken und Lebensmittelherstellern einen Anreiz geben, die Zusammenstellung ihrer Produkte zu verbessern. Wir fordern die Ampel-Methode auch, weil sie von vielen Kindern verstanden wird - denn Übergewicht erhöht bereits in jungen Jahren das Risiko für eine gefäßschädigende Arteriosklerose." (Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Becker, Vorstandsvorsitzender)
Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG): "Um den zunehmenden ernährungsmitbedingten Erkrankungen bei steigendem Kostendruck im Gesundheitswesen zu begegnen, will die Politik die Eigenverantwortung der Bürger für ihre Gesundheit stärken. Daher sollte sie Ihnen auch Hilfen an die Hand geben, die es ihnen ermöglichen, in einer Übergewicht fördernden Umwelt gesundheitsbewusstere Kaufentscheidungen zu treffen. Aktuelle Umfragen haben gezeigt, dass Ampel-Kennzeichnungssysteme für die Mehrheit der Verbraucher am verständlichsten sind. Es macht deshalb keinen Sinn, den Verbrauchern die visuellen Informationen vorzuenthalten, die sie nachgewiesen als zusätzliche Entscheidungshilfe wahrnehmen. Wir fordern Transparenz der Information für den einfachen Bürger, der mit der von der Nahrungsmittelindustrie favorisierten Regelung in abstrakten Zahlen überfordert ist." (Prof. Dr. med. Hans Hauner, Präsident)
diabetesDE: "Menschen mit Diabetes müssen ohne Umschweife erkennen können, welche Nährwerte in verpackten Lebensmitteln stecken. Sie sollten zum Beispiel wissen, wie viele Kohlenhydrate in ihrer Nahrung enthalten sind, um ihren Blutzuckerspiegel einschätzen oder ihre Insulineinheiten berechnen zu können. Auch wenn die Ampel keine Kohlenhydrate ausweist, ist sie dennoch hilfreich bei der Kaufentscheidung. Viele Menschen wissen gar nicht, wie viel Zucker oder Fette sie zu sich nehmen und werden durch falsche Nährstoffzufuhr erst Kandidaten für einen Typ 2 Diabetes." (Prof. Dr. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender)
GKV-Spitzenverband: "Einfach und eindeutig sollten Lebensmittel künftig gekennzeichnet sein, damit sich Verbraucher ganz bewusst für oder gegen ein Produkt entscheiden können. Uns ist wichtig, dass auf einen Blick zu sehen ist, wie viel Zucker, Salz und Fett in einem Sahnepudding oder einem Naturjoghurt enthalten sind. Die Lebensmittelampel ist ein sinnvoller Schritt auf dem Weg zur gesunden Ernährung."(Gernot Kiefer, Vorstand)
Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv): "Wir brauchen eine europaweit verbindliche Nährwertkennzeichnung, die auf einen Blick und ohne Taschenrechner sichtbar macht, welches Produkt wie viel Zucker, Fett oder Salz enthält. Nach einer so knappen Entscheidung im zuständigen Ausschuss appelliere ich nun an alle EU-Abgeordneten, für die Ampelkennzeichnung zu stimmen." (Gerd Billen, Vorstand)
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Erster Europäischer Adipositas-Tag ins Leben gerufen
erstellt am 25.05.2010
Mitteilung:
21. Mai 2010
Morgen, am 22. Mai 2010, findet erstmals der Europäische Adipositas-Tag statt. Er ist Teil eines strategischen 3-Jahres-Plans, den die Europäische Adipositas-Gesellschaft (EASO) entwickelt hat, um der in Europa grassierenden Adipositasepidemie Herr zu werden. Am 19. Mai 2010 ist der 3-Jahres-Plan bereits den Mitgliedern des Europäischen Parlaments in Strassburg vorgestellt worden.
„Zur Eindämmung der Adipositasepidemie in Europa brauchen wir einen multidisziplinären Ansatz auf allen gesellschaftlichen Ebenen in allen europäischen Ländern und den konzertierten Einsatz von Präventionsstrategien, konsequent umgesetzten Behandlungsleitlinien, Forschungsaktivitäten, Aufklärung und Bildung der Verbraucher und Patienten sowie ein regelmäßiges Monitoring der Bevölkerungen“, so Euan Woodward, Geschäftsführer der EASO in Wales, England. Neben der Schaffung eines öffentlichen Bewusstseins sei auch die politische Beteiligung bei der Entwicklung von Strategien unbedingt erforderlich, so Woodward weiter. Die Aufgaben der EASO sieht Woodward vor allem in einer Förderung der europäischen Forschungslandschaft sowie in der Unterstützung zur Zusammenarbeit und Interaktion aller beteiligter Gruppen.
„Wir begrüßen, dass das Thema Adipositas durch einen europaweiten jährlichen Adipositas-Tag jetzt stärker und in Zukunft regelmäßig in das Bewusstsein der Bevölkerung und der Politik gerufen wird“, so der Kommentar von Prof. Dr. Hans Hauner, Präsident der Deutschen Adipositas-Gesellschaft. Mit der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans gegen Übergewicht in der bundesweiten Kampagne „InForm“, der Forschungsförderung im Rahmen des „Kompetenznetz Adipositas“ und der Einrichtung einer gemeinsamen „Plattform Ernährung und Bewegung (peb)“ zur Förderung der Verhältnisprävention hätte Deutschland in den letzten 5 Jahren zwar enorme Fortschritte gemacht – dennoch würden die Zahlen der übergewichtigen und adipösen Menschen in Deutschland weiter zunehmen, Adipositas sei nach wie vor von der Gesundheitspolitik nicht als chronische Erkrankung anerkannt und Verbrauchern würde es weiterhin schwer fallen, ohne eine leicht verständliche Lebensmittelkennzeichnung die Nährstoffrelation von Lebensmitteln zutreffend einzuschätzen um gesundheitsbewusster einkaufen zu können. „Wir haben gerade angefangen, das Thema Adipositas in Deutschland ernster zu nehmen, aber wir sind von einer Trendumkehr noch weit entfernt und dürfen in unseren Bemühungen nicht nachlassen“, so der DAG-Präsident.
Zum Statement der EASO, dem 3-Jahres-Plan und Hintergrundfakten gelangen Sie hier:
www.http://easo.org/documents/EASOEODStatement.pdf
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Willi will die Ampel - Kurzfilm zum Streit um die Nährwertkennzeichnung
erstellt am 30.04.2010
Mitteilung:
Der Film "Willi will die Ampel" wurde der DAG und ihren im Abspann aufgeführten Bündnispartnern im Ampelstreit von Foodwatch e.V. zur Verfügung gestellt.
Um den Film anzusehen klicken Sie bitte auf "weitere Informationen".
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Ausschreibung des Adipositas-Forschungspreises der DAG 2010
erstellt am 21.04.2010
Mitteilung:
21. April 2010
Ausgeschrieben durch die Deutsche Adipositas-Gesellschaft e.V. Ausgezeichnet werden herausragende, publizierte Forschungsarbeiten und zur Publikation eingereichte Arbeiten zu allen Aspekten der Adipositas. Der Preis wird anlässlich der 26. Jahrestagung der DAG in Berlin vom 04.-06. November 2010 verliehen. An die Bewerbung sind folgende Bedingungen geknüpft: 1. Die Bewerbungen sollten enthalten: - wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Adipositas
- kurze Darstellung (= max. 1 Seite) der besonderen Bedeutung der Beiträge für die Adipositasforschung - Lebenslauf - Publikationsliste - Sonderdrucke der 3 wichtigsten Publikationen 2. Die Bewerbungen sollten in 10-facher Ausfertigung an den Präsidenten der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (Prof. Dr. med. Hans Hauner, Klinikum rechts der Isar, Ismaninger Str. 22, 81675 München) gesandt werden 3. Alter des Bewerbers/ der Bewerberin: unter 40 Jahre 4. Bewerbungsfrist (Eingang): 15. August 2010
Ausschreibung des Präventionspreises der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) und der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG)
erstellt am 21.04.2010
Mitteilung:
21. April 2010
Die Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter und die Deutsche Adipositas-Gesellschaft verleihen in diesem Jahr erstmalig einen mit 4000,-- € dotierten Förderpreis für innovative, nachhaltige Projekte im Bereich der Prävention der Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Ausgezeichnet werden insbesondere Projekte, die sowohl einen verhaltens-, als auch einen verhältnispräventiven Ansatz verfolgen, die sich als nachhaltig effektiv erwiesen haben und, die sich auch an anderen Standorten implementieren lassen. Bewerber/Bewerberinnen werden gebeten, Anträge (mit Projektbeschreibung inklusive einer einseitigen Zusammenfassung) in 4-facher Ausfertigung an den Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter zu richten (Prof. Dr. Thomas Reinehr, Institut für Pädiatrische Ernährungsmedizin, Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln, Dr. Friedrich-Steiner Str. 5, 45711 Datteln).
Bewerbungsfrist
ist der 31.08.2010. Das prämierte Projekt wird im Rahmen einer Preisverleihung anlässlich der 26. Jahrestagung der DAG vom 04.-06. November 2010 bekannt gegeben. Der Projektleiter erhält hier auch die Gelegenheit, sein Projekt vorzustellen.
BMI bleibt wichtiger, aber nicht alleiniger Risikoprädiktor
erstellt am 13.04.2010
Mitteilung:
14. April 2010
Der Body Mass Index (BMI) ist ein weltweit anerkanntes und pragmatisches Mass zur Erfassung des übergewichtsbedingten Erkrankungsrisikos. Da die Fettmasse nur indirekt (rechnerisch) ermittelt wird und nicht unterschieden werden kann zwischen Unterhautfettgewebe und stoffwechselaktivem, stammbetontem Fettgewebe, weist der BMI jedoch Schwächen auf. So kommt es bei Menschen mit einer großen Muskelmasse und bei sehr kleinen und sehr großen Menschen zu strukturell bedingten Fehleinschätzungen des Erkrankungsrisikos. Seit einigen Jahren wird daher immer wieder nach Risikoparametern geforscht, die ein körperfettbedingtes Erkrankungsrisiko mit höherer Genauigkeit vorhersagen können. So erschien im Februar eine Studie, die erneut bestätigte, dass der BMI im Gegensatz zum Taille-Hüft-Verhältnis kein Prädiktor des Risikos für Herz-Kreislauferkrankungen ist (1).
„Diese Ergebnisse sind keineswegs neu“, stellt Prof. Dr. med. Hans Hauner, Präsident der DAG, klar. „Wir wissen heute, dass der BMI alleine kein konsistent guter Indikator für das Gesundheitsrisiko bei Übergewicht ist“, so Hauner weiter. „Auch wenn bei bestimmten Erkrankungen, z.B. bei einigen Krebs- oder Gelenkserkrankungen der BMI als ein wichtiger risikodiskriminatorischer Parameter gilt, ist es grundsätzlich wichtig, auch andere Daten zu erheben und in eine individuelle Gesamtbewertung einzubeziehen, insbesondere den Taillenumfang, den Blutdruck und die Bestimmung der Blutfette.“ So könne ein BMI im Bereich von 25-29,9 alleine noch keine Gewichtsreduktion rechtfertigen, es sei denn, es würden weitere Risikofaktoren ermittelt, wie etwa ein erhöhter Taillenumfang. Bei einem BMI über 30 zeigten 70-80% und bei BMI über 40 ein noch höherer Prozentsatz der Betroffenen ein erhöhtes Risiko für Begleiterkrankungen und profitierten erheblich von einer Gewichtsreduktion, so Hauner. Die Lebenserwartung im BMI-Bereich zwischen 30-34,9 bzw. 40-45 verkürze sich um 2-4 bzw. 8-10 Jahre (2).
Ebenfalls wird immer wieder diskutiert, ob der BMI an höhere Lebensalter angepasst werden sollte, zumal in diesen Altersgruppen in früheren Studien keine statistische Beziehung mehr zwischen BMI und übergewichtsbedingtem Krankheitsrisiko nachgewiesen werden konnten.
"Die aktuellste, größte und beste prospektive Studie zum Thema "BMI-Mortalität" (3) zeigt aber nicht, dass das gesundheitliche Risiko eines hohen BMI im Alter abnimmt; es bleibt in etwa gleich", so der DAG-Präsident. Er halte es daher für eher unwahrscheinlich, dass offizielle Empfehlungen von Fachgesellschaften (z.B. DAG, DGE oder WHO) in Zukunft dazu übergehen werden, altersangepasste BMI-Werte zu empfehlen, schloss der Präsident.
Literatur:
(1) Schneider, H.J. et al.:
The predictive value of different measures of obesity for incident cardiovascular events and mortality
J clin Endocrinol Metab 2010 Feb 3).
(2) Hauner, H.:
Übergewicht: alles halb so schlimm?
Dt. Ärzteblatt 2009: 106 (40): 639-640
(3) Prospective Studies Collaboration:. Body-mass index and cause-specific mortality in 900000 adults: collaborative analyses of 57 prospective studies.
Lancet 2009; 373:1083-1096.
Teilerfolg im Streit um die Nährwertkennzeichnung
erstellt am 09.04.2010
Mitteilung:
08. April 2010
Mitte April entschied der zuständige Ausschuss im Europäischen Parlament, dass es in den Mitglied-staaten der EU zukünftig nur eine national freiwillige, aber keine verpflichtende, farbige Lebensmittel-kennzeichnung geben wird. Die Entscheidung gegen die Ampel war denkbar knapp ausgefallen: nur mit zwei Stimmen Mehrheit in der Abstimmung und einem Patt bei den entsprechenden Anträgen. Die Entscheidung des Ausschusses ist zunächst vorläufig: erst im Mai werden das Plenum in Strassburg und die 27 EU Mitgliedsländer eine endgültige Haltung in dieser Frage festlegen.
Ende Februar hatte die DAG, zusammen mit anderen Bündnispartnern, einen Brief an die deutschen EU-Abgeordneten gerichtet mit der Bitte, für eine europaweite verpflichtende Ampelkennzeichnung zu votieren (Pressemitteilung der DAG vom 23.02.10).
Dennoch können jetzt wichtige Teilerfolge verzeichnet werden: Auf der Vorderseite jeder Verpackung soll der Brennwert pro 100g besonders hervorgehoben werden. Der Brennwert sowie der Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß, Ballaststoffe, Salz und Transfettsäuren (natürliche/künstliche) müssen pro 100 g angegeben sein, eine Angabe pro Portion ist nur zusätzlich möglich. Auf nationaler Ebene kann es besondere Kennzeichnungsregeln geben – also auch die Ampel und die von der Industrie favorisierte GDA-Kennzeichnung (letztere mit dem Hinweis, dass sich der Bezugswert auf den Tagesbedarf einer Frau bezieht und individuelle Bedarfe daher abweichen können). Im Sinne des Bündnisses kann es nicht sein, dass alkoholische Getränke von der verpflichtenden Nährwertkennzeichnung ausgenommen sein werden.
Mit der vorläufigen Entscheidung zur Nährwertkennzeichnung haben die Abgeordneten der Lebensmittelindustrie eine deutlich höhere Informationspflicht zugunsten der Verständlichkeit für den Verbraucher auferlegt. Damit hat sich der Einsatz der DAG bereits gelohnt!
DAG ist Bündnispartner im Streit für europaweite Ampelkennzeichnung
erstellt am 26.02.2010
Mitteilung:
23. Februar 2010
Der Streit um eine europäische Regelung zur Nährwertkennzeichnung auf Lebensmittelverpackungen zwischen Nahrungsmittelindustrie und Vertretern von verbraucher-, patienten- und gesundheitsorientierten Vereinigungen geht in die entscheidende Runde: seit Ende Januar wird in den EU-Ausschüssen debattiert, Mitte März wird im EU-Parlament über die Lebensmittelkennzeichnungsverordnung abgestimmt.
„Seit Jahren verzeichnen wir in Deutschland und in Europa zunehmende ernährungsmitbedingte Erkrankungen bei steigendem Kostendruck im Gesundheitswesen. Wenn die Politik die Eigenverant-wortung der Bürger für Ihre Gesundheit stärken will, sollte sie Ihnen auch Hilfen an die Hand geben, die es ihnen ermöglichen kann, in einer „adipogenen“ (Übergewicht fördernden) Umwelt gesundheitsbewusstere (Kauf-)Entscheidungen zu treffen“, fordert Prof. Dr. med. Hans Hauner, Präsident der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG). Wie aktuelle Umfragen gezeigt hätten, seien Kennzeichnungssysteme mit Ampelfarben für die Mehrheit der Verbraucher am verständlichsten.
„In einem gemeinsamen Brief mit unseren Bündnispartnern setzen wir uns daher im Vorfeld der Abstimmung bei den deutschen Mitgliedern des Europäischen Parlaments für eine verständliche und verbraucherfreundliche Ampelkennzeichnung ein“, so der Präsident. „Es macht keinen Sinn, den Verbrauchern visuelle Informationen vorzuenthalten, die sie nachgewiesen als zusätzliche Entscheidungs-hilfe wahrnehmen“, so Hauner weiter. „Hier geht es um Transparenz der Information für den einfachen Bürger, der mit der von der Nahrungsmittelindustrie favorisierten Regelung in abstrakten Zahlen (GDA-Kennzeichnung) überfordert ist“, stellt der DAG-Präsident klar.
Die Kernforderungen des verbraucher-, patienten- und gesundheitsorientierten Bündnisses sind:
1) Die Kennzeichnung auf der Vorderseite der Verpackung sollte Informationen über den Brennwert (Kalorien), über Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz enthalten.
2) Angaben über den Anteil dieser Inhaltsstoffe sind als leicht verständliche Entscheidungshilfe farblich zu untermalen, in Form einer „Nährwertampel“: Rot kennzeichnet einen hohen, Gelb einen mittleren und Grün einen geringen Anteil. Die ernährungsphysiologische Bewertung muss auf der Grundlage unabhängiger wissenschaftlicher Erkenntnisse erfolgen.
3) Auf der Rückseite sollten ergänzende Informationen zu den „Big Eight“ in einer Nährwerttabelle aufgeführt werden (Brennwert, Eiweiß, Kohlenhydrate, Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe und Natrium/Salz).
4) Die Nährwertkennzeichnung sollte aufgrund des zunehmend globalisierten Lebensmittelmarktes europaweit verpflichtend eingeführt werden
Weitere Unterzeichner im Bündnis sind: der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv), der Spitzen-verband der Gesetzlichen Krankenversicherungen, der AOK-Bundesverband, die Bundesärztekammer, der Verband der Kinder- und Jugendärzte, diabetesde, die Deutsche Herzstiftung und der Bundeselternrat.
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Aus für Sibutramin-haltige Arzneimittel
erstellt am 15.02.2010
Mitteilung:
15. Februar 2010
„Am Beispiel Sibutramin wird erneut deutlich, dass Medikamente, die zusätzlich zu einer empfohlenen Änderung des Lebensstils (Ernährungsumstellung, mehr Bewegung) die Gewichtsabnahme durch eine Wirkung im Gehirn unterstützen sollen, besonders gut untersucht sein müssen, bevor sie breiter beim Menschen eingesetzt werden,“ kommentierte Prof. Hauner, Präsident der DAG, die Rücknahme von Sibutramin vom europäischen Markt, die Ende Januar bekannt geworden war.
Die zentralnervös gesteuerte Gewichtsregulierung sei, ähnlich wie die Regelkreise der Fortpflanzung, stammesgeschichtlich offensichtlich von einer solch fundamentalen Bedeutung für das Überleben der Menschheit, dass in diese Regelkreise kaum einzugreifen sei, ohne andere elementare Regelkreise (z.B. die Regulation des Blutdrucks, der Körpertemperatur oder der psychischen Befindlichkeit) mit zu beeinflussen.
„Auch wenn es unpopulär klingen mag: wir brauchen daher auch in Zukunft langwierige „Endpunktstudien“ wie die SCOUT-Studie, um die Wirkung und Sicherheit solcher Medikamente ausreichend beurteilen zu können“, folgerte Hauner.
Ende Januar hatte die Europäische Arzneimittelbehörde(EMA) das sofortige Ruhen der Zulassungen für Sibutramin-haltige Arneimittel in allen Mitgliedstaaten der EU empfohlen. Begründet ist diese Entscheidung durch die Ergebnisse der SCOUT-Studie (Sibutramin Cardiovascular Outcome Study). Danach ist die Einnahme von Sibutramin im Vergleich zu einer Placebo-Kontrollgruppe für übergewichtige Patienten mit zusätzlichen Risikofaktoren mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten schwerer kardiovaskulärer Ereignisse (z.B. Herzinfakt, Schlaganfall) verbunden. Gleichzeitig sei durch Sibutramin nur eine verhältnismäßig geringe Gewichtsabnahme zu erzielen, die nicht dazu beitragen würde, das übergewichtsbedingte Herz-Kreislauf-Risiko zu senken. Insgesamt könne das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Sibutramin daher nicht mehr als positiv bewertet werden. Die Firma Abbott hatte Sibutramin bereits in der letzten Januarwoche europaweit zurückgezogen.
Bereits im Oktober 2008 war das zweite, in Deutschland zugelassene, zentralnervös wirksame Antiadipositum (Rimonabant) aufgrund des vermehrten Auftretens psychiatrischer Begleiterkrankungen vom Markt genommen worden (DAG-Pressemitteilung vom 29.10.2008).
Mittelfristig - auf Sicht von 3-5 Jahren – sei in der Pharmaforschung im Bereich der zentralnervös wirksamen Antiadiposita daher kaum ein Durchbruch zu erwarten, so die eher skeptische Einschätzung von DAG-Präsident Hauner.
Weiterführende Informationen:
1) Abbot GmbH & Co. KG: Ruhen der Marktzulassung für Reductil® (Wirkstoff
Sibutramin) wegen der Beobachtung eines erhöhten kardiovaskulären Risikos im
Rahmen der SCOUT-Studie. Rote-Hand-Brief vom 22.01.2010:
http://www.akdae.de/20/40/Archiv/2010/20100122.pdf.
2) EMA: European Medicines Agency recommends suspension of marketing
authorisations for sibutramine. Press Release vom 21.01.2010:
http://www.ema.europa.eu/pdfs/human/referral/sibutramine/3940810en.pdf.
3) EMA: Questions and answers on the suspension of medicines containing
sibutramine. Questions & Answers vom 21.01.2010:
http://www.ema.europa.eu/pdfs/human/referral/sibutramine/Sibutramine_Q&A_808
17909en.pdf
4) BfArM: Sibutramin-haltige Arzneimittel: EMA empfiehlt das Ruhen der
Zulassungen. Pressemitteilung vom 21.01.2010:
http://www.bfarm.de/cln_028/nn_424276/DE/BfArM/Presse/mitteil2010/pm01-2010.
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Adipositas-Gesellschaft: Neuer Vorstand im Amt
erstellt am 01.02.2010
Mitteilung:
Seit heute hat die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) einen neuen Vorstand.
In geheimer Briefwahl und mit überzeugenden Mehrheiten von 83-95% haben die Mitglieder der Deutschen Adipositas-Gesellschaft Ende vergangenen Jahres die neue Vorstandsmannschaft ihres neuen Präsidenten, Herrn Prof. Dr. med. Hans Hauner (München) gewählt. Die Positionen sind wie folgt besetzt: Prof. Dr. med. Martin Wabitsch, Ulm (Präsident elect), Prof. Dr. med. Martina de Zwaan, Nürnberg/Erlangen (Vizepräsidentin), Prof. Dr. med. Detlev Kunze, München (Sekretär und Schatzmeister), Dr. oec. troph. Stefanie Gerlach (Mediensprecherin). Die Amtszeit des Vorstands beträgt drei Jahre.
„Mein Ziel ist die Weiterentwicklung der DAG zu einer stärker wissenschaftlich orientierten Fachgesell-schaft, die aber die praktischen Belange nie aus den Augen verliert“, so beschreibt der neue Präsident den Fokus der künftigen Vorstandsarbeit. „Wir setzen uns dafür ein, dass die Grundlagen für die Behandlung Betroffener und die gesellschaftlichen Voraussetzungen zur Vermeidung von Übergewicht in Deutschland wirkungsvoll verbessert werden. Darum arbeiten wir an einer verbesserten Versorgung der Bevölkerung in Form gut evaluierter, qualitätsgesicherter Angebote – von Präventionsprogrammen für übergewichtige Kinder und Jugendliche bis hin zur integrierten Adipositastherapie“.
Dies liesse sich durch eine enge Zusammenarbeit mit dem neu gegründeten „Kompetenznetz Adipositas“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) besonders gut erreichen, so Präsident Hauner, zugleich Sprecher des Vorstands des Kompetenznetzes (www.kn-adipositas.de).
Zum Vorstand in 2010 gehören außerdem die Tagungspräsidenten der DAG-Jahrestagungen 2009: Prof. Dr. med. Andreas Hamann (Bad Nauheim); 2010: Prof. Dr. med. Joost (Potsdam) und 2011: Prof. Dr. med. Stephan Herpertz (Dortmund) und Prof. Dr. med. Thomas Reinehr (Datteln).
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Aktuelle Medientipps
erstellt am 26.01.2010
Mitteilung:
* Aachener Zeitung:
http://www.az-web.de/news/gesundheit-detail-az/1166390?_link=&skip=&_g=Krankhaftes-Uebergewicht-Wann-Patienten-eine-Operation-helfen-kann.html
* Aachener Nachrichten:
http://www.an-online.de/news/gesundheit-detail-an/1166390?_link=&skip=&_g=Krankhaftes-Uebergewicht-Wann-Patienten-eine-Operation-helfen-kann.html
* Wetterauer Zeitung:
http://www.wetterauer-zeitung.de/Home/Kreis/Staedte-und-Gemeinden/Bad-Nauheim/Krankhaftes-Uebergewicht-Manchmal-hilft-OP-_arid,153582_regid,3_puid,1_pageid,75.html
* Manager-Magazin:
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,673426,00.html
Symposium zur Impfung gegen H1/N1-Grippe bei Diabetikern
erstellt am 02.11.2009
Mitteilung:
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
in den letzten Tagen haben uns viele Anfrage zur H1/N1-Grippe und der Impfung dagegen erreicht.
Auf der Gemeinsamen Tagung der DDG und DAG ist am 07.11.2009 in der Zeit von 11.00 bis 13.00 Uhr im Salon 11/12 des ICC Berlin ein Symposium geplant, auf dem ich einen aktuellen Überblick zu dieser Problematik geben werde.
Alle Kollegen, die Fragen zur H1/N1-Grippe haben, sind herzlich eingeladen.
PD Dr. R. Lundershausen
FA f.Innere Medizin/Diabetologie/Infektiologie
Pressesprecher der DDG
Trauer um Professor Volker Pudel
erstellt am 11.10.2009
Mitteilung:
Nach langer schwerer Krankheit ist Prof. Dr. Volker Pudel am 7. Oktober 2009 im Alter von 65 Jahren in Göttingen verstorben.
Professor Pudel war von 1978 bis 2007 Leiter der Ernährungspsychologischen Forschungsstelle der Universität Göttingen, einer Forschungseinrichtung, die in dieser Art einmalig in der Deutschen Hochschullandschaft war. Er war über lange Jahre aktives Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Adipositas-Gesellschaft, Tagungspräsident der 10. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft am 6. – 8. Oktober 1994 in Göttingen und wurde bei der Jahrestagung 2003 in Salzburg mit dem Therapiepreis der Deutschen Adipositas-Gesellschaft für seine Verdienste um die Therapie der Adipositas ausgezeichnet.
Professor Pudel war Pionier, Wegbereiter und bedeutendster Vertreter der Ernährungspsychologie in Deutschland. Nach dem Studium der Psychologie an der Universität Göttingen begann er seine wissenschaftlichen Arbeiten in den 1970iger Jahren mit experimental-psychologischen Arbeiten zur Entstehung der Adipositas. Hierdurch war er maßgeblich an der Entwicklung neuer wissenschaftlicher Konzepte beteiligt. Das Konzept der Außenreizabhängigkeit, das in einer Reihe von außerordentlich innovativen und originellen experimentelle Studien demonstriert werden konnte, beschreibt, dass das Essverhalten von Übergewichtigen im Vergleich zu Normalgewichtigen stärker von äußeren Umgebungsreizen gesteuert wird als durch die Wahrnehmung von Hunger und Sättigung. Später konnte er zeigen, dass nicht nur Übergewichtige und Adipöse, sondern auch Normalgewichtige, die versuchen ihre Nahrungsaufnahme einzuschränken, dieselben Störungen in der Appetit- und Sättigungsregulation entwickeln. Mit Beginn der 1980iger Jahre rückte vor diesem Hintergrund die Entstehung und Behandlung von Essstörungen wie Bulimia nervosa in den Focus seiner wissenschaftlichen Arbeit. Durch seine Arbeit hat Professor Pudel die Forschungsfelder Adipositas und Essstörungen in einer Weise theoretisch und empirisch verknüpft, die bis heute wegweisend geblieben ist. Er hat sich jedoch nicht nur mit dem Essverhalten von klinischen Gruppen beschäftigt, sondern er hat in einer Studie 1980 als erster die Prävalenz von Übergewicht, sowie das Essverhalten und die Einstellungen der Bevölkerung zur Ernährung in Deutschland untersucht.
Ein besonderes Anliegen war es für Professor Pudel stets, dass seine Arbeiten nicht nur im Elfenbeinturm der Wissenschaften zur Kenntnis genommen werden, sondern in verständliche und praktisch nutzbare Botschaften für große Kreise der Bevölkerung umgesetzt werden. So hat er früh moderne Technologien wie den Einsatz von Computern und Medien genutzt, um individualisierte Ernährungsinformation in der Ernährungsberatung einzusetzen. Mit der Vier-Jahreszeiten-Kur entwickelte er ein computer-gestütztes und breitenwirksames Programm, um weit über 250.000 Menschen bei ihrem Gewichtsmanagement zu unterstützen. Mit der Pfundskur hat er ein multimediales Präventionskonzept entwickelt, mit dem es ihm gelungen ist, viele Akteure einzubinden und zentrale Themen wie fettarme Ernährung für weite Bevölkerungskreise interessant zu machen und ihnen nahe zu bringen.
Mit Professor Pudel haben wir einen liebenswerten, engagierten und herausragenden Kollegen in der Adipositasforschung verloren.
Im Namen des Vorstands der Deutschen Adipositas-Gesellschaft
Prof. Dr. Joachim Westenhöfer
Prof. Dr. Manfred J. Müller
weitere Informationen
Obama erwägt Softdrink-Steuer - ein Modell auch für Deutschland?
erstellt am 28.09.2009
Mitteilung:
22. September 2009
Wie die New York Times letzte Woche berichtete, erwägt US-Präsident Obama erstmals die Erhebung einer Steuer in Höhe von „one cent per ounce“ auf zuckerhaltige Getränke zur Bekämpfung des Adipositas-Problems. Darunter würden Softdrinks, Energy-Drinks, Sportgetränke, Säfte und Eistees, aber keine zuckerfreien Diätgetränke fallen. Die Getränkeindustrie gerät massiv unter Druck. Skeptiker der Steuer erwarten politische Widerstände und bezweifeln eine messbare Wirkung auf das Verbraucherverhalten.
Eine Gruppe prominenter Mediziner, Wissenschaftler und Politiker, darunter der Gesundheitsbeauftragte von New York City und der Gesundheitsminister von Arkansas halten eine solche „Softdrink-Steuer“ (am.: "soda tax") im Hinblick auf die Bekämpfung der Adipositas für ähnlich wirkungsvoll wie die Einführung der Tabaksteuer für die Reduktion des Rauchens. Zudem würde die Softdrink-Steuer zu öffentlichen Mehrein-nahmen von 14,9 Mrd. US$ allein im ersten Jahr führen, die für Gesundheitsinitiativen verwendet werden könnten.
Die Steuer würde eine 2-l-Flasche Limonade zum derzeit durchschnittlichen Preis von 1,35 US$ um 50% auf 2,03 US$ erhöhen; ein 12-Dosen-Gebinde für rund 3,20 US$ würde um 1,44 US$ teurer, das entspricht einer Preiserhöhung um 45%.
Eine Veröffentlichung der Gruppe im New England Journal of Medicine (Hauptautor Kelly D. Brownell, Direktor des Rudd Center für Lebensmittelpolitik und Adipositas an der Yale- Universität) kommt zu der Einschätzung, dass eine Getränkesteuer nicht nur die öffentlichen Einnahmen erhöhen würde, sondern auch unmittelbare deutliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Amerikaner hätte. Es wird erwartet, dass der Verbrauch an Limonade und anderen Süßgetränken so weit zurückgehen würde, dass bei vielen Amerikanern ein geringer Gewichtsverlust und damit abnehmende gesundheitliche Risiken messbar wären. Die Autoren zitieren weitere Studien zur Preiselastizität, die pro 10% Preiserhöhung eine Rückgang des Softdrinkkonsums um 8-10% voraussagen.
Nach Ansicht von Kelly D. Brownell ist die Erhebung einer solchen Steuer auch deswegen berechtigt, da Adipositas und Diabetes oft mit Hilfe öffentlicher Mittel behandelt werden mittels Gesundheitsprogrammen wie Medicaid und Medicare. Einnahmen durch die neue Steuer könnten helfen, diese Programme zu finanzieren.
Im August mahnte die American Heart Association die Bevölkerung eindringlich, den Verzehr zuckerhaltiger Lebensmittel und Getränke einzuschränken um das Risiko für Übergewicht und Bluthochdruck zu senken – und benannte explizit Softdrinks als Hauptübeltäter.
Michael Jacobson, geschäftsführender Direktor des „Wissenschaftszentrum im Interesse der Öffentlich-keit“, ein Befürworter der Steuer, befürchtet jedoch, dass die Lebensmittelproduzenten die Zusatzkosten der Steuer auf viele andere ihrer Produkte abwälzen könnten, wenn die Steuer herstellerbezogen erhoben wird. In diesem Fall würde die volle Preiswirkung nicht unmittelbar für Softdrink-Konsumenten spürbar sein und eine direkte Wirkung auf den Taillenumfang der Amerikaner wäre unwahrscheinlich.
Die aktuell überschäumende Debatte um die Softdrinksteuer drängt Amerikas Getränkeindustrie massiv in die Defensive. Die Branche kämpft sowieso schon mit stagnierenden bzw. sinkenden Absatzzahlen, da landesweit bereits viele Schulen ihre Limo-Getränkeautomaten abgeschafft haben, um die Kinder vor zusätzlicher Zuckerzufuhr zu schützen. Die Softdrinkhersteller lehnen jedoch die Auffassung entschieden ab, ihre Produkte seien verantwortlich für das nationale Adipositasproblem. Ebenso wehren sie sich gegen die Vorstellung, eine Steuer könne Menschen gesünder machen. Vertreter der Industrie argumentieren, wenn es um Gewichtsabnahme ginge, zählten alle verzehrten Kalorien, und zwar unabhängig von der Art der verzehrten Lebensmittel. Zudem wird stark angezeifelt, dass eine simple „Limonadensteuer“ einem derart komplexen Problem wie dem der Adipositas gerecht werden oder dazu beitragen könnte, das Problem der amerikanischen Gesundheitsversorgung lösen zu helfen.
Muhtar Kent, Generaldirektor von Coca-Cola, bezeichnete die Softdrinksteuer als „empörend“ und polemi-sierte, er wüsste, was passiere, wenn eine Regierung ihren Leuten vorschreiben wollte, was sie essen und trinken sollten. Wenn das funktionieren würde, gäbe es die Sowjetunion noch.
Im Juni diesen Jahres begann die Industrie, ihre Reaktionen zu koordinieren und gründete eine Organisation mit dem Titel „Amerikaner gegen Lebensmittelsteuern“. Auf ihrer website bezeichnet sich die Gruppe selbst als „Vereinigung besorgter Bürger“, dahinter verbirgt sich jedoch die „Amerikanische Getränke Vereinigung“, in deren Vorstand die Topmanager der Hauptsoftdrinkhersteller versammelt sind.
Die Vereinigung fährt scharfe Geschütze auf. So schaltete sie Mitte September einen offenen Brief an den Kongress mit der Botschaft „Besteuert nicht unsere Lebensmittel“ als ganzseitige Anzeige in der Sonntags-ausgabe der Washington Post und schaltet Werbung im Kabelfernsehen, z.B. bei CNN, MSNBC und bei Fox News.
Präsident Obama und der Hauptautor der Studie, Kelly D. Brownell, erwarten weitere massive Widerstände von Lobbyvertretern und politischen Gegnern, insbesondere bei der Verabschiedung des Gesetzes, die der Zustimmung des Kongresses bedarf. Daher schlägt Brownell vor, dass die föderalen Regierungen lokal erste Schritte unternehmen sollten, ähnlich wie in der Vergangenheit bereits mit Einführung der Tabak-steuer verfahren wurde. Aber auch auf lokaler Ebene scheinen derzeit noch keine gesetzesfähigen Mehr-heiten pro Softdrinksteuer mobilisierbar zu sein.
"In Deutschland setzen Maßnahmen zur Adipositasprävention derzeit ausschließlich auf Aufklärung und "Erziehung"," so Prof. Dr. med. Manfred J. Müller, Präsident der DAG. Diese Maßnahmen hätten nachweis-lich nur sehr geringe Erfolge und könnten das Adipositasproblem nicht lösen. Daher erschienen politische Strategien und auch Eingriffe in die freie Marktwirtschaft zukünftig notwendig, so der Präsident.
Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft ist ein Befürworter politisch gesteuerter Strategien im Kampf gegen das weltweit grassierende Adipositasproblem. Sie fordert ebenfalls gesetzliche und grenzüberschreitende Regelungen zum Schutz von Kindern vor Werbung für "adipogene" Lebensmittel (s. Pressemitteilung zu den „7 Sydney-Prinzipien" vom 31.10.08).
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Kein Hinweis auf Hirnatrophie durch Übergewicht
erstellt am 31.08.2009
Mitteilung:
31. August 2009
Pressekommentar
Auf "spiegel online" (Medizin, 26.8.09) wird unter der Überschrift "Übergewicht kann Gehirnschwund auslösen" eine amerikanische Studie zitiert (Raji CA et al, Brain structure and obesity. Human Brain Mapping, pub. online 26.8.2009). Mittels bildgebender Verfahren (Magnetresonanztomographie) wurden bei kognitiv "normalen" älteren Menschen Atrophien in verschiedenen Hirnarealen (in den Bereichen "frontal", Gyrus cingulatus, Hyppokampus und Hypothalamus) identifiziert. Die Autoren berechnen, dass ein Anstieg des BMIs um eine Standardabweichung einem "Verlust" an Hirnmasse um 4% entspricht. Mögliche Einflußfaktoren wie Schulbildung, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Gefäßerkrankungen oder auch APOE4- Genotyp (höheres Risiko für Demenz) wurden berücksichtigt und zeigten keinen Einfluß auf das Ergebnis.
Die Darstellung der Ergebnisse in "spiegel online" könnte zu Missverständnissen führen. Es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, dass Übergewicht direkt zu Hirnatrophie führt. Alle 94 in der Studie untersuchten Personen waren sehr intensiv neurologisch und auch neuro- psychologisch untersucht worden. Es handelte sich ausschliesslich um Personen in einem Alter zwischen 70 und 89 Jahren. Mögliche Erklärungen für die dargestellten Befunde sind erhöhte Cortisolspiegel, zu wenig Bewegung, verminderte Lungenfunktion, oder Herz-Kreislauf- und/oder Stoffwechselerkrankungen (letztere waren zumindest in der statistischen Analyse als Einflußfaktoren ausgeschlossen worden). Da gesunde alte Menschen länger leben, könnten die dargestellten Beobachtungen zum Hirnvolumen auch einem "Überlebensvorteil" entsprechen. Andererseits wurde der Stoffwechsel in dieser Studie nicht differenziert untersucht, so liegen z.B. Angaben zur Insulinresistenz nicht vor. Auch können Veränderungen an den kleinen Blutgefäßen (sog. Mikrovaskulopathie) nicht ausgeschlossen werden. Es ist wahrscheinlich, dass ein großer Teil überge-wichtiger und älterer Menschen bereits geringe Stoffwechselstörungen und so auch Gefäßveränderungen aufweist. Es sollte auch darauf hingewiesen werden, dass es sich bei dieser Studie um eine sog. Quer-schnittsuntersuchung handelt. Eine Langzeituntersuchung könnte belegen, dass es sich hier um frühe Stadien einer Neurodegeneration (z.B. im Sinne eines Morbus Alzheimer) handelt.
Abschliessend ist diese Untersuchung ein weiterer Beleg dafür, dass Adipositas ein hohes Krankheitrisiko birgt und mit vielen Erkrankungen assoziiert ist. Die Studie ist für Wissenschaftler interessant, die Ergeb-nisse sind aber noch nicht abschliessend zu bewerten. Sie sollten aber Adipöse nicht beunruhigen und auch nicht zur Stigmatisierung unserer übergewichtigen Mitmenschen beitragen.
Prof. Dr. med. Manfred J. Müller, Präsident der DAG
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Qualitätsoffensive in der Behandlung stark übergewichtiger Kinder und Jugendlicher
erstellt am 15.07.2009
Mitteilung:
14. Juli 2009
Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) und die Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) ziehen nach zwei Jahren Zertifizierung eine positive Bilanz: „Bereits 50 Therapie-einrichtungen und an die 30 Adipositas-Therapeuten haben sich durch die unabhängige AGA-Kommission zertifizieren lassen - damit sind wir unserem Ziel, die Qualität der Therapie für stark übergewichtige Kinder und Jugendliche in Deutschland systematisch und stetig zu verbessern, deutlich näher gekommen“, so Privatdozent Dr. med. Thomas Reinehr, Mitglied im Beirat der DAG und Sprecher im Vorstand der AGA, einer Tochterorganisation der DAG und korporatives Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ).
„Alle Beteiligten können jetzt davon profitieren, dass wir Qualität transparent machen: Betroffene und ihre Familien finden leichter geeignete Therapieeinrichtungen und Therapeuten, für Krankenkassen wird die Kostenstruktur der Schulungsprogramme nachvollziehbar, was die Kostenerstattung erleichtert und interessierte Therapeuten können sich nun in ausgewiesenen Adipositas-Akademien zum zertifizierten Adipositas-Trainer ausbilden lassen“, erläuterte Uwe Tiedjen, Diplom-Pädagoge im Vorstand der AGA.
Damit seien die entscheidenden Strukturen und Standards für die Qualitätssicherung etabliert - in der Zukunft ginge es nun darum, diese positiven Effekte flächendeckend für Deutschland nutzbar zu machen, so Reinehr. Dazu sollten sich möglichst viele weitere Therapieeinrichtungen und Therapeuten an diesem Zertifizierungsprozess beteiligen. Zahlreiche Anträge, die möglichst zeitnah bearbeitet würden, zeugten derzeit von anhaltend großem Interesse, so die optimistische Einschätzung des Sprechers der AGA.
Zertifizierungsbedingungen und Antragsformulare für die Zertifizierung finden sich auf der Internetseite der AGA, ebenso sind hier Listen zertifizierter Therapieeinrichtungen, Adipositas-Trainer-Akademien und ab September diesen Jahres auch von Adipositas-Trainern einsehbar
(www.a-g-a.de).
Hintergrund:
Unter lerntheoretischen Aspekten ist das Kindes- und Jugendalter ein optimaler Zeitrahmen zum Erlernen und Einüben eines veränderten Verhaltens im Umgang mit einer chronischen Erkrankung; Patientenschulungen sind deshalb in der Therapie bzw. Rehabilitation chronisch kranker Heranwachsender zum Standard geworden.
Der AGA ist es seit dem Jahr 2005 gelungen, unter Einbezug zahlreicher Fachleute aus den Disziplinen Medizin, Ernährung, Psychologie/Pädagogik sowie Sport- und Bewegungstherapie, Vertretern betroffener Verbände (BVKJ, DGE, VDOE, VDD) und unter Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse aus Adipositasforschung, Didaktik und Methodik sowie gesundheitspolitischer Vorgaben, umfassende Standards in der Schulung und Therapie adipöser Kinder und Jugendlicher in Deutschland zu erarbeiten. Entstanden ist ein Paket aufeinander abgestimmter Zertifizierungen von Therapieeinrichtungen, Adipositas-Trainern und Adipositas-Trainer-Akademien. Die AGA nimmt damit auch im internationalen Vergleich eine Vorreiterrolle im Kampf gegen Übergewicht und Adipositas bei Heranwachsenden ein.
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ECOG und Louis Bonduelle Forschungspreis
erstellt am 26.06.2009
Mitteilung:
Die European Childhood Obesity Group (ECOG) und die Louis Bonduelle Foundation stiften den mit 10.000€ dotierten "ECOG und Louis Bonduelle Forschungspreis".
Die Ziele der ECOG sind es:
- im Bereich der Adipositas im Kindesalter klinische und wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen sowie Programme für die Therapie und Prävention zu entwickeln,
- Menschen in Gesundheitsberufen und weitere Personen für Weiterbildungsmaßnahmen auf dem Gebiet der Adipositas im Kindesalter zu ermutigen.
Das Ziel der Louis Bonduelle Stiftung ist es, nachhaltige gesundheitsförderliche Veränderungen von Essgewohnheiten herbeizuführen.
Der Preis wird eine bereits umgesetzte oder eine fortdauernde Präventionsaktion im Bereich Public Health zum Thema Ernährung oder Essgewohnheiten bei Kindern und Jugendlichen würdigen.
Das Hauptziel des Programms sollte darin bestehen, eine gesunde Ernährung und einen gesunden Lebensstil zu fördern und die Adipositas durch klinische, psychologische, soziologische oder epidemiologische Forschung oder Praxis zu bekämpfen.
Deadline für die Einreichung von Anträgen: 30. Juni 2009
Weitere Infos unter:
fondation-louis-bonduelle.org oder unter:
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Grün für die Ampel! DAG für verbraucherfreundliche Nährwertkennzeichnung
erstellt am 07.06.2009
Mitteilung:
Pressemitteilung
03. Juni 2009
Grün für die Ampel! DAG für verbraucherfreundliche Nährwertkennzeichnung
„Wir begrüßen, dass das Thema Nährwertkennzeichnung als ein potentiell verhältnispräventives Element der Vermeidung von Übergewicht und ernährungsabhängigen Erkrankungen erneut auf der politischen Agenda in Deutschland steht und dass noch im laufenden Jahr eine gemeinsame Regelung auf europäischer Ebene angestrebt wird“, so Prof. Dr. med. Manfred J. Müller, Präsident der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG). „Den freiwilligen Vorstoß eines Lebensmittelherstellers, die Nährwert-Ampel einzuführen, werten wir als positives Signal einer wachsenden Bereitschaft zur Übernahme sozialer Verantwortung im Lebensmittelsektor“, so Müller.
Der DAG-Präsident fasst die Haltung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft im Hinblick auf die Nährwertkennzeichnung wie folgt zusammen:
(1) Nährwertkennzeichnung ist grundsätzlich gut und „gehört“ als Massnahme des gesundheitlichen Verbraucherschutzes grundsätzlich von allen Experten unterstützt.
(2) Nährwertkennzeichnung muss verständlich und international vereinheitlicht werden, um unnötige Verwirrung beim Verbraucher zu vermeiden. Die „Ampel“ ist eine etablierte Form der Lebensmittelkennzeichnung.
(3) Die Nährwertkennzeichnung bedarf der sie begleitenden Aufklärung. Diese erlaubt dem Verbraucher eine angemessene Wertschöpfung der Information. Die begleitenden Maßnahmen müssen alle sozialen Gruppen erreichen und entsprechend stratifiziert sein.
(4) Nährwertkennzeichnung könnte Teil von Gesundheitsförderung sein, wenn sie den Rahmenbedingungen unseres Gesundheitswesens zur Prävention und Gesundheitsförderung (sic Nationaler Aktionsplan/INFORM) entspricht. Als z. Zt isolierte Maßnahme wird Lebensmittelkennzeichnung keinen Beitrag zur Gesundheitsförderung und Prävention ernährungsabhängiger Krankheiten leisten.
(5) Nährwertkennzeichnung ist heute keine wissenschaftlich-belegt wirksame Maßnahme der Adipositasprävention.
Bislang gelte es zwar weder als wissenschaftlich belegt noch als widerlegt, dass Verbraucher durch eine „Ampelkennzeichnung“ langfristig ihr Einkaufs- und damit Konsumverhalten ändern. Es stehe auch nicht zu erwarten - könne aber auch nicht wirklich der Anspruch sein - dass eine Einzelmaßnah-me das Adipositasproblem lösen könne, erläuterte der Präsident.
„Wir sprechen uns dennoch für die Ampelkennzeichnung aus, da sie vom Verbraucher akzeptiert wird. Die „Ampel“ wurde in einer aktuellen Umfrage des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz als „informative, verständliche und übersichtliche Entscheidungshilfe wahrgenommen“, so Präsident Müller. Eine farbige Kennzeichnung von Lebensmittelgruppen, verbunden mit der Empfehlung, sie reichlich (grün), mäßig (gelb) oder seltener (rot) zu essen, sei vielen Verbrauchern bereits bekannt durch einfache Pyramidenmodelle, die erklären, wie eine gesunde Ernährung aussehen sollte. Für Menschen, die bewusst die Verantwortung für ihre eigene Gesundheit wahrnehmen wollen, könne eine einheitsbezogene Ampelkennzeichnung der „4+1“ (4 Inhaltsstoffe = Fett, Zucker, gesättigte Fettsäuren, Salz +1 = Energiegehalt) Transparenz schaffen und vor Informationsüberflutung und Rechenkunststücken mit willkürlichen Portionsgrößen auf Verpackungen schützen. In diesem Sinne sei die Ampel eins von vielen, hoffentlich folgenden Elementen, die der Bevölkerung gesundheitsbewusstere Entscheidungen ermöglich, so Müller.
Der Präsident führte weiter an, dass Wissenschaftler im Bereich von Adipositas und Public Health auch Lösungs-orientiert denken müssen: „Wenn die Geschwindigkeit ungünstiger gesellschaftlicher Entwicklungen (wie die Zunahme von Übergewicht und Adipositas) die Geschwindigkeit des Wissensfortschritts überholt - und wenn die Notwendigkeit der angestrebten Trendumkehr heute die notwendigen politischen Entscheidungen erfordert, sind pragmatische Entscheidungen gefragt“.
Es sei die ethische Pflicht der Gesellschaft und damit der Politik, den Menschen ihre Eigenverantwortung bewusst zu machen, sie durch Bildung zu befähigen, diese wahrzunehmen und unsere Lebensumwelten so zu gestalten, dass gesundheitsförderliches Verhalten erleichtert werde. „Effektive und nachhaltige politische Lösungsansätze des grassierenden Übergewichtsproblems müssen jedoch vor allem die „Ursachen der Ursachen“ angehen, sich also mit der Beziehung zwischen sozialer Ungleichheit und Gesundheit auseinandersetzen. Auch nationale und grenzübergreifende Marketingstrategien für ungeeignete Lebensmittel, die sich an Kinder und Jugendliche richten, gehören in den Focus der Politik“, schloss der Präsident.
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Think big! Plädoyer gegen eine Politik der kleinen Schritte im Kampf gegen die weltweite Adipositasepidemie
erstellt am 30.05.2009
Mitteilung:
Pressekommentar
25. Mai 2009
Eine gemeinsame Arbeitsgruppe des Instituts der Lebensmitteltechnologen der Amerikanischen Gesell-schaft für Ernährung und des Internationalen Rates für Lebensmittelinformation schlägt zur Lösung des weltweiten Adipositasproblems einen globalisierten „Ansatz der kleinen Schritte“ vor. Da die Adipositas-raten weltweit auf Grund langsamer Gewichtszunahmen in den meisten Populationen zunehmen und bisherige Versuche, über Lebensstiländerungen eine Abnahme herbeizuführen, erfolglos geblieben seien, so die Arbeitsgruppe, sollte derzeit eine Gewichtsabnahme nicht weiter angestrebt werden. Als Alternative schlägt die Arbeitsgruppe vor, nur kleine Veränderungen in der Nahrungszufuhr und der körperlichen Aktivität zu fördern, die zwar hinter den derzeitigen Empfehlungen von Experten zurückblieben, aber aus-reichend sein könnten, weitere Gewichtszunahmen bei Individuen und Populationen zu vermeiden. Auf diese Weise könnten die Adipositasraten „stabilisiert“ werden und in der Folge langsam absinken.
Dieser „Weg des geringsten Widerstands“ ist in seiner Wirksamkeit nicht nur hoch spekulativ – er wird auch den komplexen Ursachen der globalen Adipositasepidemie nicht ansatzweise gerecht und kann daher keinen Durchbruch in der Problemlösung darstellen, dieser Meinung sind Prof. Dr. med. Manfred Müller, Präsident der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) und Neville Rigby, früherer Direktor für Politik und Öffentlichkeitsarbeit der Internationalen Adipositas-Gesellschaft (IASO). Zudem setze die „Politik der kleinen Schritte“ die Akzeptanz der bereits sehr hohen weltweiten Adipositaszahlen als eine neue „stabilisierte Norm“ voraus, mitsamt aller Konsequenzen im Hinblick auf die einhergehenden Folge-erkrankungen. Weitaus größere und mutigere Schritte seien hier nötig, so die Adipositasexperten.
Adipositas betreffe den Kern unseres Lebensstils als Individuen und die Art und Weise, wie wir unsere Angelegenheiten als Gesellschaften regeln, daher müssten seriöse Lösungsansätze die „Ursachen der Ursachen“ angehen, sich also mit der eng verwurzelten Beziehung zwischen sozio-ökonomischem Status und Gesundheit auseinandersetzen. Als Beleg verweisen die beiden Adipositasexperten auf die Bedeutung von Migrationsbewegungen für sich verschlechternde Gesundheit und zunehmende Adipositasraten mit zunehmender Landflucht und Adaptation eines städtischen Lebensstils in Südafrika, China, Russland und einigen Staaten des Mittleren Ostens.
Auch Genderaspekte spielten eine Rolle. Der Zusammenhang zwischen Adipositas, Gesundheit und sozio-ökonomischen Ungleichverteilungen betreffe in manchen Ländern insbesondere die Subgruppe der Frauen.
Trotz des chronischen Versagens, das Problem der Unterernährung in der Welt zu besiegen, nehme die durchschnittliche Energieaufnahme in den Populationen der meisten Länder zu und dieser Trend werde voraussichtlich anhalten. Eine grundlegende Neubewertung des Begriffs der Nahrungsmittelqualität, wie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits in der Strategie zum Kampf gegen das weltweite Übergewicht vorgeschlagen, sei daher unumgänglich.
Müller und Rigby kritisieren weiter, dass die globalisierte Nahrungsmittelindustrie aus Marketinggründen zwar geringfügige Modifikationen der Nahrungsmittel im Hinblick auf gesundheitliche Zusatznutzen (Health Claims) vorangetrieben hat und nun daran interessiert sei, neue Märkte mit „gesunden“ Lebensmitteln zu erschließen - die grundlegende ernährungsphysiologische Qualität als einen wesentlichen Einflussfaktor einer adipogenen Umwelt aber unangetastet lasse. Fortgesetzt werde suggeriert, es gäbe keine „ungesunden“ Nahrungsmittel, und „alles geht“, solange diese „im Rahmen einer ausbalancierten Kost“ verzehrt würden.
Gerade unter dem Druck der aktuellen Finanzkrise und der Notwendigkeit, neue Absatzmärkte zu erschlies-sen, seien die in schneller ökonomischer Entwicklung befindlichen asiatischen Populationen besonders gefährdet, mit hochkalorischen Lebensmitteln geringer ernährungsphysiologischer Qualität „westlichen“ Stils überschwemmt zu werden. Diesen Ländern im Sperrfeuer westlicher Marketingstrategien „kleine Schritte“ im Kampf gegen das Übergewicht anzuempfehlen, grenze an Zynismus.
Im Nahrungsmittelsektor mahnen die Adipositasexperten vorrangig auch eine größere Verantwortlichkeit im Umgang mit Marketingstrategien an. Hier unterminiere der Vorschlag der „kleinen Schritte“ die bisher erreichten Fortschritte zur Sensibilisierung von nationalen und internationalen Entscheidungsträgern und den zunehmend weltweit aufgebauten Druck im Hinblick auf Aktivitäten zur Unterbindung von Werbung für Junk Food und Softdrinks für Kinder und Jugendliche („Sydney Prinzipien“ der Internationalen Adipositas-Arbeitsgruppe IOTF/IASO und des Weltverbraucherverbandes CI, DAG-Mitteilung vom 31.10.2008). Hier werden grenzübergreifende Werbeverbote und globale Regelungen vorgeschlagen, die auch neue Medien einschliessen und vor allem Kinder in allen Teilen der Welt schützen sollen.
Gemäß der WHO Kommission „Soziale Determinanten von Gesundheit“ verweisen Müller und Rigby auf die bleibende Herausforderung, zur Lösung des globalen Adipositasproblems mit den vielfältigen Sektoren außerhalb des Gesundheitssektors ins Gespräch zu kommen und zu interagieren: vorrangig mit dem Handel, der Landwirtschaft, dem Sektor Beschäftigung, und dem Bildungswesen.
Kleinschrittige Ansätze seien nur geeignet, das Problem zu vergrößern und zu verschlimmern. Zur Lösung des weltweiten Adipositasproblems gebe es keine Alternative zu nationalen und grenzübergreifenden politischen Strategien, so Müller und Rigby.
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Kalorienschlacht: überflüssig und schädlich
erstellt am 26.05.2009
Mitteilung:
25. Mai 2009
Mit Befremden haben wir zur Kenntnis genommen, dass heute ein Fleisch-Wettessen zwischen den VfB-Fussballern und den Cougars-Footballern im Lübecker Restaurant „Enjoy“ stattfinden soll und dass Sat 1 diese „Kalorien-Schlacht“ auch noch filmen und damit bundesweit bekannt machen wird.
Folgendes haben wir daran auszusetzen:
Die Bürger in Deutschland sind heute bereits mehrheitlich übergewichtig, jeder fünfte ist sogar schon adipös, d.h. stark übergewichtig und aus medizinischer Sicht behandlungsbedürftig. Folgekrankheiten des Übergewichts belasten bereits heute unser Gesundheitssystem übermäßig. Auch die Bundesregierung hat diese gefährliche Entwicklung für unsere Bevölkerung und unsere Sozialsysteme erkannt und im letzten Jahr die Kampagne „In Form“ ins Leben gerufen, die eine Trendwende zum Ziel hat und bis zum Jahr 2020 die Zahl der Übergewichtigen in Deutschland messbar senken soll.
Die Medien sind aufgefordert, mit verantwortungsvollen Beiträgen an diesem Ziel mitzuwirken.
Aus Sicht der Deutschen Adipositas-Gesellschaft setzt die geplante „Kalorien-Schlacht“ damit definitiv ein falsches Signal. Hier werden Leistungssportler mit hohem Identifikationspotential für Jugendliche angehalten, sich in eine sinnlose Fressorgie zu stürzen. Nicht nur, dass der Fleischkonsum bei deutschen Männern ohnehin zu hoch ist (wie die Ergebnisse der Nationalen Verzehrsstudie kürzlich gezeigt haben) und dass diese Art der „Sporternährung“ sportliche Spitzenleistungen geradezu verhindert - darüber hinaus wird die Völlerei als Volksbelustigung zur Schau gestellt und damit verharmlost.
Zu viel Essen ist ein dem Rauchen vergleichbares Gesundheitsrisiko. Aus unserer Sicht ist diese Aktion genauso überflüssig und schädlich, als wenn Sie die Sportler zu einem Wettbewerb im Kettenrauchen oder im Komasaufen animieren würden.
Dr. Stefanie Gerlach
für den Vorstand der Deutschen Adipositas-Gesellschaft
am 25.05.09 versandt als online-Kommentar an die Lübecker Nachrichten und als Pressekommentar an Herrn Albert Albers, Studioleiter des Regionalstudios Kiel von Sat1.
Aktuelle Medientipps
erstellt am 26.05.2009
Mitteilung:
* Di., 05. Mai 2009, 10.10 - 11.30 Uhr, Deutschlandradio, "Sprechstunde", Schwerpunktthema Adipositas. Gast im Studio ist Dr. S. Gerlach (Vorstand DAG), u.a. werden Hörerfragen beantwortet.
Audio on demand: www.dradio.de/dlf/sendungen/sprechstunde/959204/
Mitschnittbestellung (10,-€): www.dradio.de/download/100854/
* Mo., 20. April 2009, 18.20-18.50 Uhr, WDR Fernsehen: "Servicezeit Gesundheit", Schwerpunktthema Diabetes II und Adipositas. U.a. wird ein Patient mit beginnendem Diabetes vorgestellt, der durch massive ambulante Gewichtsabnahme im Adipositas-Therapiezentrum Hagen eine Normalisierung seiner Blutzuckerwerte erreichte.
www.wdr.de/tv/servicezeit/gesundheit/videos/flashplayer.jsp?mid=27637
* Mo., 30. März 2009, 18.20-18.50 Uhr, WDR Fernsehen:
"Servicezeit Gesundheit", Schwerpunktthema Adipositas.
Es werden drei Fallbeispiele vorgestellt, darunter ein Patient von Herrn Prof. Wirth (Beirat der DAG) nach stationärer Therapie in Bad Rothenfelde. Mit Interviewfragen an Dr. S. Gerlach (Vorstand DAG).
www.wdr.de/tv/servicezeit/gesundheit/sendungsbeitraege/2009/0330/02_risiko_uebergewicht.jsp
* Fr., 6. März 2009, 22.00 Uhr, SWR Fernsehen:
"Nachtcafé" : Schwerpunktthema "Futtern, Fasten, Verzweifeln"
Herr Prof. Herpertz (Beirat der DAG) stellt hier die Zusammenhänge zwischen Adipositas, Fasten und gestörtem Essverhalten dar.
www.swr.de/nachtcafe/-/id=200198/141azy8/index.html
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DMP-Modul Adipositas: IQWIG veröffentlicht Abschlussbericht zum Versorgungs-Standard
erstellt am 27.04.2009
Mitteilung:
06. April 2009
Am 03. April 2009 veröffentlichte das Kölner Institut für Qualität und WIrtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) seinen Abschlussbericht zur systematischen Leitlinienrecherche und -bewertung sowie Extraktion relevanter Inhalte zu Adipositas. Die Ergebnisse wird der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) nutzen, um bestehende Disease Management Programme (DMP) um ein neues Modul "Adipositas" zu ergänzen.
Den Abschlussbericht finden Sie hier als pdf-Datei in Lang- und Kurzfassung:
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Ausschreibung des Adipositas-Forschungspreises 2009
erstellt am 07.04.2009
Mitteilung:
07. April 2009
Der Adipositas-Forschungspreis wird ausgeschrieben durch die Deutsche Adipositas-Gesellschaft e.V.
Ausgezeichnet werden publizierte Forschungsarbeiten und zur Publikation eingereichte Arbeiten zu allen Aspekten der Adipositas. Der Preis wird anlässlich der 25. Jahrestagung der DAG in Berlin vom 05.-07. November 2009 verliehen. Der Forschungspreis beinhaltet eine Dotation von 5.000 €.
An die Bewerbung sind folgende Bedingungen geknüpft:
1. Wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Adipositas
2. Kurze Darstellung (= max. 1 Seite) der besonderen Bedeutung der Beiträge für die Adipositasforschung
2. Alter unter 40 Jahre
3. Bewerbungen mit Lebenslauf, Publikationsliste und Sonderdrucken der 3 wichtigsten Publikationen in 9-facher Ausfertigung an den Präsidenten der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (Prof. Dr. Manfred J. Müller, Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde, Christian-Albrechts-Universtität zu Kiel, Düsternbrooker Weg 17, 24105 Kiel)
4. Die Bewerbung muss bis spätestens 15. September 2009 eingegangen sein.
Präsident der DAG als Pionier der Ernährungsforschung gewürdigt
erstellt am 06.03.2009
Mitteilung:
Prof. Dr. Manfred J. Müller hält Georg Klemperer Ehrenvorlesung auf der edi 2009
Mit dem höchsten Preis der deutschen Ernährungsmedizin würdigte die DGEM (Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin) Herrn Prof. Müller als "einen der profiliertesten Forscher auf dem Gebiet der klinischen Ernährung".
Forschungsschwerpunkte des DAG-Präsidenten sind unter anderem die Grundlagen des Stoffwechsels und der Ernährung bei Leberzirrhose, Adipositas bei Kindern und die Messung der Körperzusammen-setzung. Prof. Müller ist Leiter der Abteilung Humanernährung des Instituts für Humanernährung und Lebensmittelkunde an der Christian-Albrechts-Universität/Kiel sowie Apl. Professor für Innere Medizin an der Medizinischen Hochschule Hannover.
Die Vorlesung ist mit einem Preis von 5000 € verbunden und wird seit 2007 alle zwei Jahre auf der edi-Tagung gehalten.
Innovationspreis Deutsche Hochschulmedizin 2009
erstellt am 06.03.2009
Mitteilung:
Mit der Vergabe des Innovationspreises möchte der V. Innovationskongress der deutschen Hochschul-medizin (2./3. Juli 2009 in Berlin) Wissenschaftler fördern und in ihrer Arbeit unterstützen. Damit soll die Bedeutung der Wissenschaft und Hochschulmedizin für den Standort Deutschland gestärkt werden.
Mit diesem Forschungspreis sollen wissenschaftliche Arbeiten und Projekte aus der gesamten Hochschulmedizin in Grundlagenforschung, Klinischer Forschung und Innnovationsforschung mit klinischer Relevanz ausgezeichnet und gefördert werden. Der Preis ist teilbar.
Der Innovationspreis 2009 ist mit einer Preissumme von 10.000 Euro dotiert und wird im Rahmen des V. Innovationskongresses der deutschen Hochschulmedizin am 2. Juli 2009 in Berlin verliehen.
Bewerbungsfrist: 31. März 2009
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Adipositaschirurgie: Qualitätssicherung im Fokus
erstellt am 17.12.2008
Mitteilung:
17. Dezember 2008
Stellungnahme der chirurgischen Fachgesellschaften und der Adipositas-Gesellschaft zum HTA-Bericht (Pressemitteilung)
Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat im August 2008 den HTA-Bericht zur medizinischen und ökonomischen Beurteilung adipositaschirurgischer Maßnahmen gegenüber konservativen Strategien der Lebensstiländerung bei erwachsenen Patienten mit morbidem Übergewicht (Adipositas Grad III) veröffentlicht.
„Grundsätzlich ist unsere Haltung zum HTA-Bericht positiv, denn er bestätigt einmal mehr, dass die chirurgische Therapie der krankhaften Adipositas (sehr starkes Übergewicht ab BMI 40) das Auftreten von Begleiterkrankungen deutlich reduzieren bzw. ihr Auftreten verhindern kann“, kommentierte Prof. Dr. med. Rudolf A. Weiner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie der Adipositas (DGCA) und Mitglied im Beirat der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG), den HTA-Bericht. „Wir kritisieren jedoch, dass die in Deutschland seit 2005 laufende Studie zur Qualitätssicherung im Bericht keine Erwähnung findet, obwohl ihre Daten mehrfach publiziert wurden; gleichzeitig wird die angeblich fehlende Qualitätssicherung angemahnt“, so Weiner weiter. Derzeit werde jedoch alles daran gesetzt, die Qualität in der Adipositas-chirurgie bei stark zunehmender Nachfrage bundesweit zu sichern. So sei auch kürzlich die Zertifizierung von Kompetenz- und Referenzzentren ab 2009 durch die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAVC) und deren Servicegesellschaft SAVC durch die Chirurgische Arbeitsgemein-schaft für Adipositastherapie der DGAVC beschlossen worden, fügte Weiner hinzu.
„Hinsichtlich der ökonomischen Beurteilung der Adipositaschirurgie zeigt der HTA-Bericht einige Schwächen - eine wissenschaftlich hinreichende Aussage zu diesem Aspekt ist derzeit aber noch nicht möglich“, so Prof. Dr. med. Manfred J. Müller, Präsident der DAG. Der konservativen Therapie komme nach wie vor eine wichtige Bedeutung zu: „Operative Maßnahmen sind in der Regel erst im hochgradigen Adipositasbereich ab BMI 40 sinnvoll, wenn konservative Therapien nachweislich versagt haben“, stellte der Präsident der DAG fest. Es werde auch zunehmend deutlich, dass erst eine konsequente Vorbereitung durch spezialisierte Mediziner und Lebensstiltherapeuten für die Bereiche Ernährung, Bewegung und Verhaltensänderung die Patienten optimal auf adipositaschirurgische Eingriffe und das Leben danach vorbereiten kann. Nach einer Operation sei eine langfristige interdisziplinäre Weiterbetreuung und Anleitung zu einem gesunden Lebensstil eine notwendige Voraussetzung für die Begrenzung möglicher Nebenwirkungen und das Wiedererlangen einer langfristig hohen Lebensqualität. „Zukünftig werden sich der ambulante und der chirurgische Bereich enger vernetzen. Hier müssen Strukturen aufgebaut und Konzepte entwickelt werden“, forderte der DAG-Präsident. „Die Adipositas-Gesellschaft kann hier z. B. durch fortlaufende Aktualisierung der evidenzbasierten Leitlinien zur konservativen und chirurgischen Therapie der Adipositas, durch eine Vernetzung der Akteure und die geplante Zertifizierung ambulanter Einrichtungen einen wichtigen Beitrag leisten“, so der Ausblick des DAG-Präsidenten.
Die Stellungnahme zum HTA-Bericht im Original finden Sie unter „Mitteilungen“ bei: www.adipositas-gesellschaft.de
Hintergrundinformationen:
HTA ist die Abkürzung für „Health Technology Assessment“ und bezeichnet den Prozess der systemati-schen Bewertung medizinischer Verfahren und Technologien mit Bezug zur gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung. Als koordinierende Instanz fördert die Deutsche Agentur für HTA (DAHTA@DIMDI) des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) die Erstellung von HTA-Berichten zu Nutzen, Risiko, Kosten und Auswirkungen medizinischer Verfahren und Technologien. Als Basis dient eine öffentlich zugängliche Themensammlung, zu der grundsätzlich jeder eine gewünschte Fragestellung ergänzen kann.
weitere Informationen
Adipositaschirurgie: Stellungnahme der chirurgischen Fachgesellschaften und der Adipositas-Gesellschaft zum HTA-Bericht
erstellt am 15.12.2008
Mitteilung:
15. Dezember 2008
Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat im August 2008 den HTA-Bericht zur Bewertung der „Medizinischen und ökonomischen Beurteilung der bariatrischen Chirurgie gegenüber konservativen Strategien bei erwachsenen Patienten mit morbider Adipositas“ veröffentlicht. Darin wird die Effektivität der bariatrischen Chirurgie auf die Gewichtsreduktion dargestellt. Diese ist mit der Rückbildung der Komorbiditäten assoziiert.
Der Bericht beinhaltet eine umfangreiche strukturierte Datenbankrecherche seit 2000 bis 12.11.2007. Fallserien und Kohortenstudien wurden aufgrund ihrer Evidenz ausgeschlossen. Die Einschätzung der Evidenz der Literatur zur bariatrischen Chirurgie ist eine aktuelle Grundlage für weiterführende Analysen zur Thematik der Effektivität der Adipositaschirurgie.
Aus Sicht der Fachgesellschaften (CA-ADIP, DGCA e.V., DAG e.V.) bedarf der HTA-Bericht in einigen Punkten einer Stellungnahme:
Im Bericht wird aufgrund der zeitlichen Einschränkung der Literaturrecherche nicht auf alle derzeitig angewandten Verfahren wie die Sleeve Gastrektomie eingegangen.
In einem veralteten Vergleich wird die vertikale Gastroplastik (VBG) dem Band gleichgestellt. Die Praxis hat gezeigt, dass nach VBG im Langzeitverlauf ein erheblicher Wiederanstieg des Körpergewichts erfolgte.
Die in Deutschland mit dem 1.1.2005 initiierte Qualitätssicherungsstudie für operative Therapie der Adipositas findet im Bericht keine Erwähnung, obwohl in die Literaturrecherche die Springer – und Thieme-Verlagsdatenbanken einbezogen waren [1; 3; 5]. Gleichzeitig wird im HTA-Bericht die angeblich fehlende Qualitätssicherung angemahnt. Die Daten der Studie zur Qualitätssicherung in der operativen Therapie der Adipositas wurden ebenso wie Aufrufe zur Studienteilnahme mehrfach publiziert. Die Studie erfolgt unter Schirmherrschaft folgender Fachgesellschaften:
- Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGC)
- Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V. (DGAVC) mit ihren Arbeitsgemeinschaften
* CAMIC (Chirurgische Arbeitsgemeinschaft für Minimal-Invasive Chirurgie)
* CA-ADIP (Chirurgische Arbeitsgemeinschaft für Adipositastherapie)
- Deutsche Gesellschaft für Chirurgie der Adipositas(DGCA).
Zahlreiche im HTA-Bericht erörterte Fragestellungen sind den Fachgesellschaften bekannt. Sie werden in der laufenden Qualitätssicherungsstudie zur operativen Therapie der Adipositas für Deutschland seit dem 1.1.2005 evaluiert. Die Initiierung der Qualitätssicherungsstudie erfolgte aufgrund der mangelnden Existenz evidenzbasierter Daten zur bariatrischen Chirurgie. Zahlreiche Fragestellungen zur Auswahl des Opera-tionsverfahrens, der Effektivität der einzelnen Methoden auf die Rückbildung der Komorbiditäten werden in der Studie untersucht. Die Qualitätssicherungsstudie hat aufgrund des Mangels an prospektiv randomisier-ten Studien und deren unethischen Ansatzpunkt das Ziel der Erarbeitung von differenzierten Therapie-konzepten. Durch Match Pair Analysen mit großen Patientenzahlen werden die Ergebnisse von kontrollier-ten randomisierten Studien erreicht. Beobachtungsstudien zeichnen sich zusätzlich durch geringere Kosten und die große Patientenbreite aus.
Aus Sicht der Fachgesellschaften ist die seit dem 1.1.2005 gewährleistete Qualitätssicherung in der operativen Therapie der Adipositas in Deutschland in den HTA-Bericht einzubringen. In Anbetracht der Bemühungen der Fachgesellschaften um eine flächendeckende Qualitätssicherung in Zusammenhang mit Zertifizierung und Zentrumsbildung ist die Unterstützung der Fachgesellschaften in diesen Bestrebungen mehr als notwendig.
Über die Stellungnahme wurde auf der Mitgliederversammlung der CA-ADIP am
03.10.2008 in Berlin abgestimmt.
Prof. Dr. Rudolf A. Weiner
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie der Adipositas (DGCA)
Vorsitzender der CA-ADIP
Mitglied im Beirat der DAG
Prof. Dr. Manfred J. Müller
Präsident der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG)
Federführend für das Autorenteam:
Dr. Christine Stroh
Sekretär der CA-ADIP und DGCA e.V.
Mitglied im Beirat der DAG
Literatur beim Verfasser; Kontakt: Christine.Stroh@wkg.srh.de
Empfehlungen zum Verzehr zuckerhaltiger Getränke durch Kinder und Jugendliche
erstellt am 24.11.2008
Mitteilung:
Stellungnahme der Ernährungskommissionen der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde und der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie
Der Verzehr an zuckerhaltigen Getränken stellt einen eigenständigen Risikofaktor für eine übermäßige Gewichtszunahme dar. Besonders Kinder und Jugendliche sind durch dieses Element eines „adipogenen“ Lebensstils gefährdet, denn Fruchtsäfte, Fruchtnektare und Erfrischungsgetränke sind fast überall für wenig Geld verfügbar und in diesen Altersgruppen besonders beliebt.
Der Risikofaktor „hohe Zufuhr zuckerhaltiger Getränke“ ist nach Ansicht der Ernährungskommissionen der pädiatrischen Fachgesellschaften jedoch vergleichsweise einfach zu begrenzen. So empfehlen die Experten:
· Lieber eine Frucht essen und damit eine bessere Sättigung erzielen, statt nur ihren energiereichen Saft trinken
· Für Kinder und Jugendliche mit normaler Alltagsaktivität besteht keine Notwendigkeit, über Getränke Nahrungsenergie zu sich zu nehmen
· Kinder und Jugendliche sollten vorwiegend energiefreie oder energiearme Getränke zu sich nehmen (Wasser, ungezuckerte Tees, stark verdünnte Saftschorlen).
· Kinder- und Jugendärzte sollten über mögliche Risiken des Verzehrs zuckerhaltiger Getränke aufklären
· In Kindertageseinrichtungen und Schulen sollte die Abgabe von zuckerhaltigen Getränken eingeschränkt werden.
Den Originalartikel zum Konsensuspapier finden Sie hier:
· Monatsschrift Kinderheilkunde 2008, 5: 484-487
· AdipositasSpektrum 2008,3: 24-26
Korrespondenzadresse:
Prof. Dr. med. Martin Wabitsch
Mitglied im Beirat der DAG
martin.wabitsch@uniklinik-ulm.de
Änderung der Leitlinie in Bezug auf Rimonabant - Vorinformation
erstellt am 24.11.2008
Mitteilung:
Nach Informationen der Leitlinienkommission "Adipositas" der DAG, DDG, DGE und DGEM unter Federführung von Herrn Prof. Hauner erfordert die Rücknahme von Rimonabant eine Anpassung der Leitlinie "Prävention und Therapie der Adipositas". Bei der nächsten Überarbeitung der Leitlinien wird der Absatz über Rimonabant (S. 16 Mitte) ganz gestrichen und durch folgende Formulierung ersetzt:
"Rimonabant:
Der CB-1-Rezeptor-Antagonist Rimonabant war im September 2006 zur adjuvanten Therapie der Adipo-sitas zugelassen worden. Am 23.10.2008 hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMEA) das Ruhen der Zulassung angeordnet, da nach Ansicht der Behörde der Nutzen von Rimonabant die Risiken der Behand-lung nicht länger übertrifft. Rimonabant steht daher für die Adipositastherapie bis auf weiteres nicht mehr zur Verfügung.“
Vorläufiges Aus für Rimonabant (Acomplia)
erstellt am 01.11.2008
Mitteilung:
29. Oktober 2008
Gemeinsame Erklärung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft und der Deutschen Diabetes-Gesellschaft zum Ruhen der Zulassung von Rimonabant (Acomplia)
Wie die Europäische Arzneimittelagentur EMEA (European Medicine’s Agency) am 23.10.2008 bekannt gab, wird der EU-Kommission empfohlen, das zeitweilige Ruhen der Zulassung von Acomplia® (Rimonabant) in der gegenwärtigen Indikation zur Behandlung adipöser bzw. übergewichtiger Patienten anzuordnen. Der Hersteller Sanofi Aventis teilte umgehend am 23.10.2008 mit, dass dieser Aufforderung nachgekommen wird. Ärzte und Apotheker werden vom Hersteller über das zeitweilige Ruhen der Zulassung informiert. Mit sofortiger Wirkung sollten keine weiteren Verordnungen von Rimonabant mehr ausgestellt werden. Entsprechend der Mitteilung der Arzneimittelbehörde besteht allerdings keine Notwendigkeit für eine sofortige Beendigung einer laufenden medikamentösen Behandlung mit Rimonabant. Behandelnde Ärzte sollten jedoch baldmöglichst mit ihren betroffenen Patienten die weitere Behandlung besprechen, da eine Fortsetzung der Therapie mit Rimonabant nicht möglich sein wird.
In der aktuellen Version der gemeinsamen Evidenz-basierten Leitlinie „Therapie und Prävention von Adipositas“ von Deutscher Adipositas-Gesellschaft, Deutscher Diabetes-Gesellschaft, Deutscher Gesell-schaft für Ernährung und Deutscher Gesellschaft für Ernährungsmedizin wird unter den zur Verfügung stehenden adjuvanten medikamentösen Therapien auch der mögliche Einsatz von Rimonabant aufgeführt. Nach gültiger Leitlinie kann die Indikation für eine zusätzliche Pharmakotherapie zur Gewichtssenkung unter folgenden Voraussetzungen gestellt werden:
-Patienten mit BMI ≥ 30, die mit dem Basisprogramm (Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie) keinen ausreichenden Erfolg hatten, d.h. keine Gewichtsabnahme > 5 % innerhalb von 3 - 6 Monaten oder Wiederzunahme des Gewichts in dieser Zeit
-Patienten mit BMI ≥ 27, die zusätzlich gravierende Risikofaktoren und/oder Komorbiditäten aufweisen, bei denen die Basistherapie nicht erfolgreich war.
Auch wird in der Leitlinie darauf hingewiesen, dass eine medikamentöse Therapie nur dann fortgesetzt werden sollte, wenn innerhalb der ersten 4 Wochen eine Gewichtsabnahme von wenigstens 2 kg gelingt. Die Zulassungsstudien der Phase III mit Rimonabant, auf denen die Empfehlung in der aktuellen Leitlinie beruht, zeigten eine zusätzliche Senkung des Körpergewichts durch die tägliche Einnahme von 20 mg Rimonabant im Mittel um 3,9 - 6,7 kg über ein Jahr. Zusätzlich zeigt Rimonabant über die Gewichtssenkung hinaus günstige Effekte auf Lipid- und Glukosestoffwechsel.
Sowohl in der Fachinformation als auch in der Leitlinie wurde bereits auf die möglichen psychischen Nebenwirkungen bzw. psychiatrischen Kontraindikationen von Rimonabant hingewiesen. Zwischenzeitlich wurden das Sicherheitsprofil und die Fachinformation des Präparats angepasst. Bei konsequenter Beachtung von Kontraindikationen sowie der sorgfältigen Überwachung der Therapie erschien aus Sicht der Deutschen Adipositas-Gesellschaft das Nutzen-/Risikoverhältnis einer adjuvanten medikamentösen Therapie der Adipositas mit Rimonabant vertretbar, insbesondere bei gleichzeitig bestehendem Diabetes mellitus Typ 2. Nach Angabe der EMEA hätten nunmehr weitere laufende klinische Studien sowie Postmarketing-Untersuchungen gezeigt, dass insbesondere gravierende psychiatrische Erkrankungen unter den Patienten, denen das Präparat verordnet wurde, offensichtlich größer waren als in den initial durchgeführten klinischen Studien. Zudem erwies sich aufgrund der häufig nur kurzen Einnahmezeit von Rimonabant der klinische Nutzen im Hinblick auf Körpergewicht und begleitende Stoffwechselstörungen als geringer im Vergleich zu den über mindestens ein Jahr dauernden klinischen Studien.
Der Hersteller Sanofi Aventis hat sich entschlossen, in noch laufenden klinischen Studien weitere zusätzliche Daten für die Neubewertung des Nutzen-/Risikoprofils von Rimonabant, insbesondere für Patienten mit Diabetes und kardiovaskulären Erkrankungen, zu sammeln. Angesichts der Notwendigkeit für die Weiterentwicklung einer effektiven Pharmakotherapie der Adipositas erscheint dieses Vorgehen aus Sicht der Deutschen Adipositas-Gesellschaft grundsätzlich sinnvoll. Dieses gilt insbesondere für die Fortsetzung einer laufenden Langzeit-Studie, in der die langfristige Sicherheit sowie die Wirksamkeit von Rimonabant auf harte Endpunkte bei kardiovaskulären Hochrisikopatienten untersucht wird.
Für die Deutsche Adipositas-Gesellschaft
Prof. Dr. med. Andreas Hamann
Für die Deutsche Diabetes-Gesellschaft
Prof. Dr. med. Thomas Haak
Die 7 Sydney-Prinzipien: IOTF fordert gesetzliche und grenzüberschreitende Regelungen zum Schutz von Kindern vor Werbung für "adipogene" Lebensmittel
erstellt am 31.10.2008
Mitteilung:
23. September 2008
Mitte August 2008 veröffentlichte eine Arbeitsgruppe der IOTF unter Leitung von Prof. Boyd Swinburn vom Collaborating Centre for Obesity Prevention der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieben grundlegende Leitkriterien zur wirkungsvollen nationalen und internationalen Unterbindung kommerzieller Produkt-werbung für Junk Food und Softdrinks für Kinder und Jugendliche bis zu 16 Jahren.
Die Sydney-Prinzipien sollen die Entwicklung nationaler, regionaler und globaler Marketingstandards weiter vorantreiben, da nach den aktuellen Empfehlungen der internationalen Adipositasexperten neue gesetz-liche Kontrollen und grenzüberschreitende Gesetze unverzichtbar seien: „Selbstverpflichtende Regelungen, selbst wenn sie vollständig erzwungen würden, könnten das große Werbeaufkommen und die hohe Wirksamkeit des Marketings adipogener Nahrungsmittel und Getränke naturgemäß nicht substanziell mindern“, fasst der kürzlich veröffentlichte IOTF-Bericht zusammen (1).
„Die Sydney-Prinzipien spiegeln die Grundrechte von Kindern wider und sollten der Maßstab sein, den wir an Maßnahmen seitens der Regierungen und der Nahrungsmittelindustrie anlegen, um diese Rechte zu schützen“, so Prof. Swinburn.
Die 7 Sydney-Prinzipien
Erfolgreiche Regelungen zur Eindämmung kommerzieller Werbung für adipogene Lebensmittel sollten:
(1) ... die Rechte von Kindern unterstützen
im Hinblick auf angemessene, sichere Lebensmittel mit einem hohen Gehalt essentieller Nährstoffe
(2) ... Kindern ausreichend Schutz bieten
vor kommerzieller Ausbeutung
(3) ... rechtlich verbindlich sein,
um Kindern ein hohes Maß an Schutz zu gewährleisten
(4) ... die Definition kommerzieller Werbung weit fassen,
um alle Arten kommerzieller Werbung für Kinder einzuschließen(z.B. Fernsehwerbung, Print, Sponsoring/ Patenschaften, Wettbewerbe, Treuesysteme, Produktplatzierungen, Beziehungs-Marketing, websites, Mobiltelefon, SMS, virales Marketing)
(5) ... Kindern werbefreie Räume garantieren,
z.B. in Schulen und Einrichtungen der Kinderbetreuung
(6) ... grenzüberschreitende Medien einschließen
in internationalen gesetzlichen Vereinbarungen (z.B. Internet, Satelliten- und Kabel-TV, „free-to-air“-Fernsehen aus Nachbarländern)
(7) ... evaluiert, überwacht und rechtlich durchgesetzt werden.
Die Einhaltung der Grundsätze sollte von unabhängiger Seite geprüft werden.
Hintergrund:
Der erste Entwurf der Sydney-Prinzipien wurde anlässlich des 10. Internationalen Adipositas-Kongresses in Sydney im September 2006 lanciert. Stellungnahmen von Delegierten mündeten in einen überarbeiteten zweiten Entwurf, der von November 2006 bis April 2007 einer globalen Konsultation unterzogen wurde. Die IOTF erhielt 220 schriftliche Stellungnahmen von Berufsverbänden, Wissenschaftsgesellschaften, Verbrauchervereinigungen, Industriegremien, Gesundheitsexperten etc., von denen 128 ausgewertet wurden (1).
Die Absender kamen zu 95% aus insgesamt 18 einkommensstarken Ländern; 65% der Rückmeldungen wurden Gesundheitsexperten oder –organisationen zugeordnet. Die Notwendigkeit eines solchen Prinzipienkatalogs stand für 97% der Absender außer Frage. Mit Ausnahme des 3. Leitkriteriums, dessen Notwendigkeit von Industrieseite mit Hinweis auf bestehende Selbstverpflichtungsregelungen und eine notwendige Balance von Verantwortlichkeiten (Eltern und Kinder, privater Sektor, Regierung und Gesellschaft) angefochten wurde sowie einigen Kommentaren bzgl. der Schwierigkeiten der Implementierung, gab es breite Zustimmung für jedes der Prinzipien. Unterschiedliche Meinungen gab es zu den Punkten „Altersgrenze“ und „Produktgruppen“. Von den Befürwortern einer Altersgrenze (n=110) plädierten 70% für eine Werberegulierung bis zum Alter von mindestens 16 Jahren, über die Hälfte sprach sich sogar gemäß der UN-Definition „Kind“ für das Alter bis 18 Jahre aus. Hinsichtlich der Produktgruppen, auf die sich die Werbebeschränkung beziehen soll, stimmten 31% für „alle Produkte“, 24% für „alle Nahrungsmittel und Getränke“ und 45% für „energiedichte, nährstoffarme Nahrungsmittel und Getränke“. Nach Ansicht der IOTF-Arbeitsgruppe können die beiden letztgenannten strittigen Punkte derzeit nur im regionalen Kontext geregelt werden, ein internationaler Marketing-Code müsste hierzu konkrete Definitionen finden.
Bereits im März diesen Jahres hatten IOTF/IASO und Consumers International einen „International Code on Marketing of Food and Beverages to Children“ anlässlich des Weltverbrauchertags veröffentlicht, der der WHO als Empfehlung für einen eigenen Entwurf dienen sollte.
Ausblick
Die WHO wird einen Aktionsplan zur Prävention von Adipositas und nicht übertragbaren Krankheiten implementieren, der auch die Entwicklung von Empfehlungen für Gesetzesentwürfe hinsichtlich des Marketing für Kinder einschließt. Dazu wird die WHO bis Ende des Jahres Gespräche mit Vertretern von Industrie, Nicht-Regierungsorganisationen und nationalen Regierungen führen. Die Ergebnisse münden dann in eine abschließende Empfehlung der WHO an die Gesundheitsminister. Die Sydney-Prinzipien können daher Basis sein für die Entwicklung eines „WHO Code on Food and Beverage Marketing to Children“.
Die DAG unterstützt die Initiativen von IOTF/IASO und wird deren Positionen gesellschaftlich und politisch vertreten.
Literatur:
1) Swinburn, B.; Sacks, G.; Lobstein, T.; Rigby, N.; Baur, L.A.; Brownell, K.D.; Gill, T.; Seidell, J.; Kumanyika, S., as International Obesity Task Force Working Group on Marketing to Children:
“The `Sydney Principles´ for reducing the commercial promotion of foods and beverages to children”
Public Health Nutrition 2008; 11(9): 881-886
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„Hoodia“ - Präparate zur Gewichtsabnahme nicht empfehlenswert
erstellt am 31.10.2008
Mitteilung:
17. September 2008
Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) rät Verbrauchern davon ab, „Hoodia“ (auch: “Houdia“) - Produkte zur Gewichtsabnahme zu kaufen. Tabletten und Kapseln mit Extrakten aus der südafrikanischen, kakteenähnlichen Pflanze Hoodia gordonii werden im Internet als natürliche Appetitzügler auf rein pflanzlicher Basis zur Gewichtsreduktion ohne Nebenwirkungen beworben und verkauft.
„Es existieren derzeit keine publizierten wissenschaftlichen Untersuchungen, die belegen, dass Hoodia-Produkte oder ihr Inhaltsstoff „P57“ bei Menschen die Gewichtsabnahme fördern können“, so Dr. Stefan Engeli, Adipositasforscher und Mitglied im Beirat der DAG. „Auch zu möglichen Nebenwirkungen beim Menschen gibt es keine Studien, deshalb sind darüber keine Aussagen möglich“, so Engeli.
Eine anorexigene Wirkung wird dem Oxypregnanglycosid P57 nachgesagt. In medizinischen Literatur-datenbanken finden sich ca. 18 Publikationen zum Thema Hoodia/P57, die sich weitgehend der Identifikation und Analytik von P57 widmen. Lediglich drei methodisch schwache tierexperimentelle Studien vermitteln den Eindruck einer appetithemmenden Wirkung.
Hoodia-Präparate sind derzeit weder als Arzneimittel, noch als Lebensmittel bzw. Nahrungsergänzungs-mittel für den deutschen Markt zugelassen. Sie sind daher in Deutschland nicht verkehrsfähig und damit illegal. „Das Produkt ist als Novel Food [neuartiges Lebensmittel] eingestuft. Ein Antrag auf Zulassung wurde bisher nicht gestellt. Damit ist der Handel mit diesen Produkten in der Europäischen Union nicht zulässig“, so Dr. Wolfgang Schmid vom Bayrischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.
Darüber hinaus warnte das Bundesamt für Naturschutz (BfN) schon 2006 vor den Auswirkungen des ausufernden Handels mit Hoodia. Da die Pflanze in ihrem Bestand stark gefährdet ist, unterliegt sie den Bestimmungen des Washingtoner Artenschutzabkommens.
„Wer Hoodia-Präparate direkt im Ausland oder über ausländische Foren im Internet kaufen will, braucht eine Ausfuhrgenehmigung aus dem Herkunftsland und eine Einfuhrgenehmigung für Deutschland“, so Prof. Dr. Dietrich Jelden, Leiter der Abteilung Artenschutzvollzug bei BfN. Auch Endverbraucher machten sich strafbar, wenn sie Hoodia-Produkte direkt oder online von einem Händler beziehen, der diese illegal erworben hat, so Jelden.
Einen Fernsehbeitrag zum Thema finden Sie in der Mediathek unter dem Stichwort "Hoodia" bei 3-Sat ( www.3-sat.de)
DMP-Modul Adipositas auf gutem Weg: IQWiG veröffentlicht vorläufige Leitlinienbewertung
erstellt am 19.08.2008
Mitteilung:
12. August 2008
Am 31. Juli 2008 hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) einen Vorbericht für die Erstellung eines DMP-Moduls Adipositas veröffentlicht. Es handelt sich um eine „vorläufige Leitlinienbewertung als Ergebnis einer systematischen Leitlinienrecherche und –bewertung sowie Extraktion relevanter Inhalte zu Adipositas“. Die Zielpopulation sind erwachsene Adipöse, die an den bestehenden DMP teilnehmen. Der Vorbericht ermöglicht einen Überblick über den derzeitigen Standard der Versorgung adipöser Erwachsener für die Entwicklung eines DMP-Moduls Adipositas.
Nach systematischer Recherche in Leitliniendatenbanken und Primär- und Nachrecherchen in Bibliographischen Datenbanken identifizierten die Kölner Wissenschaftler unter Beteiligung externer Sachverständiger insgesamt 102 potentiell relevante Leitlinien. Von diesen erfüllten im methodischen Screening nur 10 Leitlinien die geforderten Ein- und Ausschlusskriterien und wurden anschließend inhaltlich nach der Güte der berücksichtigten Studien ausgewertet. Von den relevanten Leitlinien stammen nur vier aus dem europäischen Raum (darunter die DAG-Leitlinien, die NICE-Leitlinien aus Großbritannien sowie zwei europäische Leitlinien zur operativen Therapie); vier Leitlinien stammen aus den USA, eine aus Kanada und eine aus Australien. Damit bescheinigt das IQWiG der DAG-Leitlinienkommission unter Federführung von Herrn Prof. Hauner eine hochwertige konzeptionelle und methodische Vorgehensweise.
Das Kölner Institut weist darauf hin, dass die Sachverständigen im Vorbericht keine eigene Prüfung der Evidenz vorgenommen haben. Ziel der Untersuchung sei es nicht, Empfehlungen im Sinne einer Nutzenbewertung abzugeben; Extraktion, Synthese und Auflistung der Empfehlungen in den eingeschlossenen Leitlinien seien vielmehr als Zitate zu verstehen.
Der Vorbericht kommt zu dem generellen Ergebnis, dass relevante Empfehlungen vor allem für die Versorgungsbereiche Ernährungs-, Bewegungs-, Verhaltens- und Pharmakotherapie sowie für die Operative Therapie vorliegen. Im Gegensatz dazu gäbe es kaum evidenzbasierte Empfehlungen für die Versorgungsaspekte Diagnostik, Monitoring, Langfristige Gewichtsstabilisierung sowie Versorgungskoordination und Qualitätsindikatoren.
Hintergrund:
Die DAG hat bereits maßgeblich zur Entwicklung des DMP-Moduls Adipositas beigetragen. Im Februar 2005 entsprach der Vorstand der DAG unter Leitung von Prof. Wirth einer Aufforderung des G-BA, Vorschläge für neue DMP einzureichen und stellte einen Antrag für ein „DMP Adipositas“. Mit Beschluss vom 16. Mai 2006 gab der G-BA bekannt, dass die „chronische Krankheit“ Adipositas ausgewählt worden sei und in Form einer modularen Weiterentwicklung in bestehende DMP integriert werden solle. Obwohl der DAG-Antrag ursprünglich auf ein eigenes strukturiertes Behandlungsprogramm „Adipositas“ abzielte, wertete die DAG diesen Entscheid bereits als großen Erfolg, da unter zahlreichen Anträgen außer der Adipositas nur noch die Herzinsuffizienz für die Erstellung eines neuen DMP-Moduls berücksichtigt worden war. Der modulare Ansatz trage der Empfehlung eines Unterausschusses des G-BA Rechnung, in der Ausgestaltung von DMP zukünftig verstärkt Multi- und Komorbiditäten zu berücksichtigen sowie zur Verschlankung und Entbürokratisierung von Prozessabläufen innerhalb der DMP beizutragen, so der GBA zur Begründung. Mit Beschluss vom 19. Dezember 2006 beauftragte der GBA das IQWiG, aktuelle und auf das deutsche Gesundheitssystem übertragbare Leitlinien systematisch zu identifizieren, anhand methodischer Kriterien auszuwählen und zu bewerten sowie eine Extraktion und Gegenüberstellung der relevanten und nicht relevanten Inhalte vorzunehmen, um daraus Empfehlungen für das DMP-Modul Adipositas abzuleiten und ggfs. im Rahmen eines Folgeauftrages weiterführende Literaturrecherchen vorzunehmen. Einen Berichtsplan zum Vorhaben, in dem auch maßgebliche Empfehlungen der DAG (Prof. Hamann) Berücksichtigung fanden, veröffentlichte das IQWiG im Februar 2008.
Bis zum 28. August 2008 können interessierte Personen und Institutionen zu diesem Vorbericht schriftlich Stellung nehmen (Einzelheiten s. Link). Diese Stellungnahmen werden in die Überarbeitung des Berichts eingehen, bevor er als Abschlussbericht an den Auftraggeber G-BA weitergeleitet wird.
Aus Sicht des Vorstands ergibt sich derzeit kein weiterer Handlungsbedarf. Von einigen kleineren Punkten abgesehen, entspreche die Bewertung des IQWiG durchaus den DAG-Leitlinien, so Prof. Hauner.
Den Originalbericht und weitere Informationen finden Sie unter:
weitere Informationen
Schwer daneben - DAG zum Artikel „Schwer: in Ordnung“, SZ-Magazin, 04.07.08
erstellt am 17.07.2008
Mitteilung:
17. Juli 2008
Wir bedauern das Erscheinen des sehr polemischen Artikels „Schwer: in Ordnung“ im Magazin der Süddeutschen Zeitung vom 04. Juli 2008.
In zahlreichen Fällen werden hier leider richtige Fakten und falsch recherchierte Daten (Beispiel: „dass die Kinder immer dicker werden, stimmt nicht“) - absichtlich (?) - in perfider Weise zu einem unheilvollen Trank journalistischer Demagogie zusammengebraut, der sich als sogenannter „Wissenschaftsjournalismus“ geriert. Wer sich allerdings weder fundiert mit dem medizinischen und volkswirtschaftlichen Problem der Adipositas und ihrer Folgeerkrankungen auseinandersetzen will, noch sich mit vorbeugender Gesundheitsförderung und schon gar nicht mit der Intention des Nationalen Aktionsplans und der Initiative „IN FORM“ der Bundesregierung beschäftigt hat (Beispiel: „soziale Unterschiede sollen verfestigt und Dicke als ungesund und unterprivilegiert diffamiert werden“), zeigt, dass er seine Hausaufgaben als seriöser Journalist nicht gemacht hat - und von Sachkenntnis ungetrübt ist.
Mehr noch: der Artikel vermischt moralisch-ethische Diffamierungen (die er vermeintlich anprangern will) mit wissenschaftlichen Unkorrektheiten („Dummheit macht dick“). So ist dem Autor offenbar auch nicht der Unterschied bekannt zwischen einer Ursache-Wirkungs-Beziehung und einer Korrelation. Schwer erträglich auch die Reduktion von „Bildung“ auf „Benimm“ - es fällt schwer, auf diesen Artikel, der qualitativ so gar nicht zur „Süddeutschen“ passen will, nicht in sarkastischer Weise zu reagieren.
Im Nationalen Aktionsplan heißt es: „Die Medien sollen mit einer verantwortungsvollen Darstellung von Ernährungs- und Bewegungswissen dazu beitragen, das gesundheitsbezogene Verhalten der Bevölkerung zu verbessern.“ Es ist zu wünschen, dass diese Botschaft auch bei Autor und Redaktion der „Süddeutschen“ Gehör findet.
Zur Klarstellung nur so viel: Adipositas-Experten bekämpfen „die Dicken“ nicht. Wir setzen uns für die längst fällige Anerkennung der Adipositas als einer chronischen Erkrankung ein – sowie für mehr Lebensqualität, also eine bessere Ernährung und mehr Bewegung in unseren alltäglichen Lebenswelten und für die politischen Rahmenbedingungen, die das ermöglichen und die (uns allen!) helfen können, gesundheitsbewusstere Entscheidungen für unser Leben zu treffen. Übrigens: das „Idealgewicht“ ist seit Jahren ein alter Hut und wird von uns auch nicht propagiert. Im (richtig definierten) BMI-Normalbereich (der für die meisten Menschen ein gutes Maß ist, wenn sie nicht gerade Hochleistungssportler sind) kann sich jeder ein persönliches Wohlfühlgewicht innerhalb einer breiten Gewichtsspanne aussuchen.
Es ist zwar richtig, dass „fitte Dicke“ ein geringeres gesundheitliches Risiko als unfitte Normalgewichtige haben, sie haben aber immer noch ein höheres gesundheitliches Risiko als fitte Normalgewichtige. Daher kann die Schlussfolgerung nur heißen: „Mehr Bewegung für alle“ und nicht etwa, dass stark Übergewichtige (BMI > 30) nicht abnehmen sollten.
Wer nur leicht oder mäßig übergewichtig ist (BMI 25-29,9) muss übrigens nicht unbedingt abnehmen – es sei denn, er hat ein ungünstiges Taillenmaß und damit ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder eine ernährungsabhängige Erkrankung (z. B. Diabetes mellitus II, Bluthochdruck, ...). Wer übergewichtig ist, hat jedoch ein erhöhtes Risiko schwer übergewichtig (adipös) zu werden – mit allen Folgeproblemen; daher macht eine frühzeitige Vorbeugung Sinn.
Das Fazit aus diesem Artikel kann für uns nur heißen: weiter machen, mehr und besser kommunizieren. Nie war so deutlich: wir brauchen eine bessere (gesellschaftliche und politische) Wertschöpfung wissenschaftlicher Erkenntnisse und besonders auch eine neue Wertediskussion zum Thema „Gesundheit“ in Deutschland.
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Grundsteinlegung für Paradigmenwechsel zur Lösung des Adipositasproblems - DAG zum Nationalen Aktionsplan "IN FORM"
erstellt am 27.06.2008
Mitteilung:
27. Juni 2008
„Unsere Initiative war erfolgreich!“ – so kommentierte gestern Prof. Dr. med. Manfred J. Müller, Präsident der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) den Beschluss des Nationalen Aktionsplans „IN FORM“ zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängende Krankheiten“ durch das Bundeskabinett am Vortag.
„Mit dem Startschuss zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans für gesunde Ernährung und mehr Bewegung erkennt die Bundesregierung die Meinung der Experten an, dass das Problem des in Deutschland grassierenden Übergewichts und die damit verbundenen hohen Krankheitskosten von mehr als 70 Mrd. € nicht mehr rein medizinisch durch die Behandlung einzelner Betroffener gelöst werden kann“, so der Präsident. „Da die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland heute bereits übergewichtig ist, müssen wir davon ausgehen, dass das Übergewicht auch eine biologische Anpassungsleistung des Organismus an krankmachende Lebensumwelten ist, die unsere ungünstigen Konsum- und Bewegungsgewohnheiten fördern“, fuhr Müller fort. „Wir begrüßen daher, dass in Zukunft nicht mehr allein traditionelle Strategien der individuellen Verhaltensprävention (Information, Aufklärung, Gesundheitserziehung) verfolgt werden sollen“, so Müller.
Mit dem Schwerpunkt „Lebenswelten“ und dem Ziel, gesündere Ernährung, mehr Bewegung und daher mehr Lebensqualität im Alltag für alle Bürger zu ermöglichen, zeige die Bundesregierung, dass die Botschaften der DAG und anderer medizinischer Fachgesellschaften angekommen seien. „Damit ist der Grundstein für den notwendigen Paradigmenwechsel zur langfristigen Lösung des Adipositasproblems und seinen Folgeerkrankungen gelegt“, stellte Müller fest. Dieser Erfolg sei nur möglich gewesen, weil alle Experten an einem Strang gezogen hätten, bedankte sich der Präsident bei seinen Kollegen in der DAG und den anderen Fachgesellschaften sowie bei den beteiligten Berufsverbänden.
Kritisch sehen die Experten der DAG, dass problematische Teile unserer Lebenswelten, wie z.B. das Fernsehen und die Autoindustrie bisher nicht in den Nationalen Aktionsplan einbezogen wurden. Auch verspreche das Prinzip der Freiwilligkeit, z.B. bei der Nährwertkennzeichnung, wenig Erfolg. Dennoch sei der Nationale Aktionsplan ein Anfang, den die Experten als Chance begreifen: „Wir werden die hier formulierten Ideen und Strategien unterstützen und den Prozess weiterhin wissenschaftlich und politikberatend begleiten“, kündigte der Präsident an.
Auch wenn der Nationale Aktionsplan erfolgreich umgesetzt wird, ist eine schnelle Trendwende in der Zahl übergewichtiger Menschen in Deutschland nicht zu erwarten. „Der Beschluss des Bundeskabinetts bringt uns ein großes Stück weiter – wir befinden uns aber erst am Anfang eines langen Weges. Auch in Zukunft werden wir daher in unseren Bemühungen im „Kampf“ gegen die Adipositas nicht nachlassen“, so der Ausblick des Präsidenten.
Bereits seit dem letzten Jahr setzen sich die Aktivitäten der DAG auch im gemeinsamen Engagement mit der Deutschen Diabetes Gesellschaft im „Nationalen Aktionsforum Diabetes Mellitus“ (NAFDM) fort. Ein Nationaler Aktionsplan „Diabetes mellitus“ ist für das Jahr 2010 angekündigt.
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Ärger mit Peb und Pebber?
erstellt am 21.05.2008
Mitteilung:
Unter dem Link weitere Informationen kann eine Stellungnahme von Prof. Müller und Prof. Hebebrand zu den aktuellen Auseinandersetzungen um die Plattform Ernährungs und Bewegung abgerufen werden.
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Geschenk Gesundheit auch als Aufgabe und Chance begreifen - Adipositas-Gesellschaft zur "Woche für das Leben" der christlichen Kirchen
erstellt am 21.05.2008
Mitteilung:
08. April 2008
Mit dem Ziel, in den kommenden drei Jahren gesellschaftliche Verhältnisse konkret mitzugestalten und den Gesundheitsbegriff neu zu überdenken und zu bewerten, haben der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Dr. Huber, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Zollitsch, gestern in Berlin mit der bundesweiten Auftaktveranstaltung „Woche für das Leben“ das Jahresthema 2008 „Gesundheit – höchstes Gut?“ vorgestellt.
Erzbischof Zollitsch merkte an, das körperliche Wohlbefinden würde oft einseitig bewertet, ja überbewertet. Menschen, denen es in ihrer gesundheitlichen Grundversorgung gut gehe, schenkten diesem Faktor nicht selten eine „übertriebene Aufmerksamkeit“. Bischof Huber fügte in seinem Statement hinzu, die Sorge um die eigene Gesundheit sei heute ähnlich stark ausgeprägt wie in früheren Jahrhunderten die Sorge um das Seelenheil. Der früheren Hoffnung auf die Erlösung über den Tod hinaus entspreche heute die Hoffnung auf die Erhaltung der Gesundheit und die Heilung von Krankheiten. Leid und Vergänglichkeit gehörten allerdings zur Natur des Menschen und könnten nur um den Preis der Unmenschlichkeit abgeschüttelt werden.
„Wir begrüßen, dass die christlichen Kirchen auf die ethische Dimension des Gesundheitsbegriffes hinweisen, kommentierte Prof. Dr. Manfred J. Müller, Präsident der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG), die Auftaktveranstaltung. „Gesundheit und Krankheit sind jedoch nicht nur Geschenk oder Schicksal, insbesondere, wenn es um Krankheiten geht, die durch gesunde Ernährung und einen aktiven Lebensstil vermeidbar oder wesentlich verzögerbar sind“, so Müller. Es mache daher Sinn, einen gesunden Lebensstil zu pflegen, um die Gesundheit im Sinne einer Ressourcenstärkung so weit und lange wie möglich zu erhalten. Gesundheit sei im weltlichen Sinn also auch Aufgabe und Chance für mehr Lebensqualität für jeden Einzelnen. Im christlichen Sinn könne man sagen: „die Schöpfung bewahren“ – das sollte auch für unsere Gesundheit gelten, schlussfolgerte Müller.
Die bei weitem größte Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland habe jedoch keine „übertriebene Sorge“ um ihre Gesundheit. Eher das Gegenteil sei der Fall: Krankheiten und ihre Folgen würden billigend in Kauf genommen:
Chronische Krankheiten sind zu etwa 50-80% durch den Lebensstil verursacht, durch Fehlernährung, Bewegungsmangel, Rauchen, Alkohol und Stress; Fehlernährung und Bewegungsmangel haben davon den größten Anteil. Allein durch Fehlernährung und Bewegungsmangel und die dadurch entstehenden Krankheiten sterben in Deutschland mehr als 100.000 Menschen jährlich. Von den sieben Millionen Diabetikern in Deutschland wären die Hälfte – die Einwohner Berlins – vom Diabetes befreit, würden die Übergewichtigen (das sind ca. 85% aller Typ II-Diabetiker) 10 kg abnehmen; Folgeerkrankungen wie Blindheit, Nierenversagen (künstliche Niere), Nervenschmerzen, Schlaganfall und Herzinfarkt blieben ihnen erspart. Fehlernährung und Bewegungsmangel verursachen auch Krebserkrankungen, Verschleiß am Bewegungsapparat, Magen-Darm-Krankheiten, Gefäßkrankheiten und viele weitere. Die Auswirkungen dieser Erkrankungen schlagen sich objektiv ablesbar nieder in der Zunahme von Krankheitstagen, vorzeitiger Berentung und Kosten – ganz abgesehen von Beschwerden, Befindlichkeitsstörungen, Einschränkungen der Lebensqualität und Schmerzen.
„Gerade weil die Versorgungssysteme unserer alternden Gesellschaft vor enormen Herausforderungen stehen, steht aber auch die Gesellschaft in der ethischen Pflicht, den Menschen ihre Eigenverantwortung bewusst zu machen, sie durch Bildung zu befähigen, diese wahrzunehmen und unsere Lebensumwelten so zu gestalten, dass gesundheitsförderliches Verhalten erleichtert wird. Dies ist das Ziel des Nationalen Aktionsplans gegen Übergewicht, der von der DAG vorgelegt wurde und der voraussichtlich im Sommer 2008 zur Beschlussfassung durch die Bundesregierung ansteht“, so der Präsident.
Da das Übergewicht und ernährungsabhängige Erkrankungen in Deutschland und anderswo sozial ungleich verteilt seien und der soziale Auftrag der Kirchen das Engagement gegen soziale Ungleichheit in unserer Gesellschaft mit einschließe, könne auch Kirche hier einen wesentlichen Beitrag zu einer neuen gesamtgesellschaftlichen Diskussion leisten, so Müller weiter. Darüber hinaus könnten die in der „Woche für das Leben“ beklagte übertriebene Ästhetik, der Jugendlichkeitsterror sowie übermäßiges Konsumieren und Trägheit auch Ausdruck von seelischen Nöten oder erfolgloser Sinnsuche sein. Hier könnten die christlichen Kirchen ebenfalls für die präventive Gesundheitsförderung einen wertvollen Beitrag liefern. „In diesem Sinne wünschen wir uns ein produktives Miteinander von Gesundheitsexperten und Kirchen“, so Prof. Müller.
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Durchbruch für die Adipositasforschung in Deutschland - Forschungsministerium fördert "Kompetenznetz Adipositas"
erstellt am 20.05.2008
Mitteilung:
20. März 2008
Am 11. März 2008 hat das Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF) acht Verbundsprecher mit ihren Projektleitern zu einer Auftaktveranstaltung für das „Kompetenznetz Adipositas“ nach Köln eingeladen. Die acht Verbund-Forschungsanträge zum Thema Adipositas (starkes Übergewicht) mit jeweils 4-8 Forschungsprojekten waren vom BMBF im Anschluss an die Bewertung durch internationale Gutachter aus insgesamt 27 eingegangenen Anträgen als förderungswürdig ausgewählt worden.
Prof. Hans Hauner, gewählter kommissarischer Sprecher des Kompetenznetzes und derzeitiger president elect der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG): „Das ist der Durchbruch für die Adipositasforschung und die Anerkennung der Adipositas als eines zentralen Gesundheitsproblems in Deutschland“. Das BMBF leiste mit der Förderung des Kompetenznetzes Adipositas einen extrem wertvollen Beitrag, um der bereits vorhandenen Forschung in Deutschland eine sichtbare Plattform zu geben und die aktiven Gruppen zu vernetzen, so Hauner. „Wir haben jetzt endlich erreicht, wofür sich die Adipositas-Gesellschaft und ihre Präsidenten immer eingesetzt haben: die Adipositasforschung ist erstmals Forschungsschwerpunkt in Deutschland”, bestätigte auch Prof. Manfred J. Müller, Präsident der DAG. Die zunehmende gesundheitspolitische Bedeutung der Adipositas und ihrer Folgeerkrankungen und auch die Initiative von Prof. Erik Harms, Vorsitzender der Plattform Ernährung und Bewegung, hätten zu dieser positiven Entwicklung der Forschungslandschaft ebenfalls einen Beitrag geleistet. Mit dem Kompetenznetz Adipositas sei die deutsche Adipositasforschung jetzt auch international besser aufgestellt, schloss Müller.
Vorrangiges Ziel krankheitsbezogener Kompetenznetze ist die Schaffung nationaler Standards für Diagnostik und Therapie unter angemessener Berücksichtigung besonderer Forschungsaspekte, darunter auch die Schaffung nationaler Standards für gemeinsam zu nutzende Biobanken und IT-Lösungen (z.B. Telematikplattformen). Das Kompetenznetz bündelt die Erforschung des starken Übergewichts und der therapeutischen Versorgung von Adipösen unter einer gemeinsamen Struktur mit eigener Geschäftsstelle. Für das Kompetenznetz Adipositas sind drei weitere Förderrunden im Dreijahrestakt geplant.
Die acht Verbund-Forschungvorhaben in alphabetischer Reihenfolge ihrer Sprecher:
Prof. Bischoff (Stuttgart): „Obesity and the Gastrointestinal Tract“; Prof. Blüher (Leipzig): „Targeting Adipose Tissue Dysfunction“; Prof. Brüning (Köln): „Targeting Neurocircuits in Obesity”; Prof. Hauner (München): „Perinatal Prevention of Obesity Development“; Prof. Kiess (Leipzig): „Longitudinal Childhood Adiposity Research in Germany – Translation of Science into Clinical Management“; Prof. Koletzko (München): „Multidisciplinary Early Modification of Obesity Risk“; Prof. Müller (Kiel): “Interdisciplinary Consortium on Obesity Prevention in Children and Adolescents“; Prof. de Zwaan (Erlangen): “Weight Loss Maintenance”.
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Deutsche Adipositas-Gesellschaft für Werbeverbot von Junk-Food und Softdrinks bei Kindern und Jugendlichen
erstellt am 18.03.2008
Mitteilung:
Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) steht hinter den Forderungen der Internationalen Adipositas-Gesellschaft (IASO) und des Weltverbraucherverbandes (CI) nach einem globalen und rechtlich verbindlichen Kodex für ein Werbeverbot von zu fetthaltigen, zu süßen und zu salzigen Lebensmitteln ("Junk Food") sowie von zuckerreichen alkoholfreien Getränken bei Kindern und Jugendlichen. "Alle Bemühungen von Eltern, Pädagogen und Kampagnen zur Gesundheitsförderung, die die Kinder für gesundes Essen begeistern wollen, werden unterlaufen durch ausgeklügelte Marketingstrategien für ungeeignete Lebensmittel, die sich direkt an die Zielgruppe Kind wenden", so Prof. Dr. med. Manfred James Müller, Präsident der DAG. Dabei stiegen die Zahlen übergewichtiger Kinder und Jugendlicher und die Kosten für die chronischen Folgekrankheiten von Übergewicht und starkem Übergewicht (Adipositas) weltweit massiv, auch in Deutschland. Für die auch im "Eckpunktepapier Ernährung und Bewegung" der Bundesregierung angestrebte Trendumkehr seien jetzt lösungsorientierte Ansätze gefragt, deren Wirksamkeit begleitend geprüft werden sollte, fuhr der Präsident fort. Die Herausforderung und den gesamtgesellschaftlichen Beitrag der Lebensmittelindustrie sehe er darin, mehr als bisher Teil der Lösung werden zu wollen und nicht mehr Teil des Problems zu sein, so Müller. Das Werbeverbot soll für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren von 6.00 Uhr morgens bis 21.00 Uhr abends in öffentlichen Räumen (z.B. Schulen, KIndergärten) und in den Medien (TV, Radio) gelten. In das Verbot eingeschlossen wären ebenfalls neue Medien (z.B. websites, Viedeospiele, Internetforen, SMS), die Abgabe von Gratisspielzeug und Sammelobjekten sowie die Werbung mit Prominenten und beliebten Zeichentrickfiguren. Nach Angaben von IOTF und CI stellt der Kodex das weltweit festzustellende Versagen der Lebensmittelindustrie zur Selbstregulierung im Marketing bloß. Vorschläge zur Selbstregulierung seien derzeit auf Europa und USA beschränkt, würden sich aber nur auf Kinder bis maximal 12 Jahren beziehen. Dies sei bei weitem nicht zielführend. IOTF und CI werden den Kodex ("International Code on Marketing of Food and Non-Alkoholic Beverages to Children") im Mai 2008 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei der Weltgesundheitsversammlung vorstellen. Die internationalen Adipositasexperten und Verbraucherschützer werden den nationalen Regierungen eine Übernahme des Kodex zur Umsetzung der WHO-"Strategie zur Bekämpfung von Übergewicht und ernährungsabhängigen Erkrankungen" empfehlen.
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Obesity Facts - neue Fachzeitschrift der EASO
erstellt am 05.02.2008
Mitteilung:
Die European Association for the Study of Obesity wird ab 2008 eine neue Fachzeitschrift im Karger-Verlag herausgeben. Der Titel der Zeitschrift lautet Obesity Facts, Herausgeber ist Prof. Hebebrand (Duisburg-Essen).
Weitere Informationen:
Bekanntmachung des neuen Journals durch die EASO
Obesity Facts - Fact Sheet
Obesity Facts - Call for Papers
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Nachwahlen zum Vorstand der Deutschen Adipositas-Gesellschaft e.V.
erstellt am 29.01.2008
Mitteilung:
Nach der, bei der Mitgliederversammlung in München beschlossenen, Satzungsänderung fand per Briefwahl eine Nachwahl zum Vorstand statt. Inzwischen wurden die Wahlergebnisse ausgezählt.
Wahl des Vizepräsidenten - Präsident elect:
Einziger Kandidat: Prof. Dr. H. Hauner
238 Ja-Stimmen
14 Nein-Stimmen
19 Enthaltungen
Wahl des Mediensprechers:
132 Stimmen für PD Dr. Ellrott
136 Stimmen für Dr. Gerlach
3 Enthaltungen
Damit sind Prof. Hauner als Vizipräsident/Präsident elect und Frau Dr. Gerlach als Mediensprecherin gewählt.
Der amtierende Vorstand dankt allen Kandidaten für ihr Engagement und ihre Kandidatur. Gleichzeitig gratuliert er den neu gewählten Vorstandskollegen und freut sich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit.
"Steps to a leaner Europe" - eine EU-Initiative
erstellt am 29.01.2008
Mitteilung:
Die EU ergreift konkrete Maßnahmen im "Kampf" gegen das Übergewicht. Zu den aktuellen Entwicklungen haben Prof. Müller (Kiel) und Prof. Hebebrand (Duisburg-Essen) eine kritische Stellnahme verfasst, die über den Link weitere Informationen abgerufen werden kann.
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Ansprache des Präsidenten der Adipositas-Gesellschaft zur Eröffnung der Jahrestagung 2007
erstellt am 19.11.2007
Mitteilung:
In seiner Begrüßungsansprache zur Eröffnung der 23. Jahresstagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft in München ging der Präsident der Deutschen Adipositas-Gesellschaft, Prof. Dr. M. J. Müller, auf die politischen Initiativen zum gesellschaftlichen Problem Adipositas, auf die vielfältigen Aktivitäten der Adipositas-Gesellschaft und auf innere Situation in der Adipositas-Gesellschaft ein.
Das vollständige Manuskript zur Rede kann über den Link "weitere Informationen" abgerufen werden.
weitere Informationen
Forschungspreise und Therapiepreis 2007 der Deutschen Adipositas-Gesellschaft vergeben
erstellt am 19.11.2007
Mitteilung:
Anlässlich der 23. Jahrestagung der Deutschen Adipositas Gesellschaft in München (18. – 20. Oktober 2007) wurden der Forschungspreis und der Therapiepreis der Deutschen Adipositas Gesellschaft vergeben.
Dabei wurde der Forschungspreis der Deutschen Adipositas Gesellschaft zu gleichen Teilen Herrn PD Dr. med. Norbert Stefan aus Tübingen sowie Herrn Dr. med. Mathias Fassauer aus Leipzig verliehen.
Der diesjährige Therapiepreis der Deutschen Adipositas Gesellschaft wurde Herrn Dr. Hermann Mayr aus der Klinik Hochried, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin in Murnau verliehen.
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Posterpreise bei der 23. Jahrestagung in München verliehen
erstellt am 19.11.2007
Mitteilung:
Bie der 23. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft wurde drei Posterpreise verliehen, die mit jeweils 1000 Euro dotiert sind.
Die ausgezeichneten Poster sind:
I. Mack, B.L. Bader, H. Hauner (Freising):
Analyse der molekularen und zellulären Interakion zwischen Adipozyten und Endothelzellen
K. Nimptsch, G. Berg, J. Lineisen (Heidelberg, Bielefeld):
Einfluss der Fettsäuremuster auf die Entwicklung von Übergewicht und Adipositas im Erwachsenenalter
A. Schaefer, K. Winkel, M. Dobe, U. Damschen, G. de Soussa, N. Kleutges, M. Kersting D. Hoffmann, M. Toschke, T. Reinehr (Datteln, Dortmund, London):
4 Jahres follow-up von adipösen Kindern und Jugendlichen im Obeldicks Programm
Nationaler Aktionsplan gegen Übergewicht findet breite Unterstützung bei Fachgesellschaften
erstellt am 19.11.2007
Mitteilung:
Der von der Deutschen Adipositas-Gesellschaft e.V. formulierte Nationale Aktionsplan gegen Übergewicht (siehe weitere Informationen) findet bei vielen Fachgesellschaften Zustimmung und Unterstützung. Folgende Fachgesellschaften und Verbände haben bereits ihre Zustimmung und Unterstützung erklärt:
Deutsche Diabetes-Gesellschaft e.V. (DDG)
Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM)
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG)
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie e.V. (DGK)
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V.
Deutsche Gesellschaft für Prävention und Gesundheitsförderung (DGPG)
Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP)
Deutscher Verband für Gesundheitswissenschaften und Public Health e.V. (DVGPH)
Verband der Diätassistenten-Deutscher Berufsverband e.V. (VDD)
Verband der Oekotrophologen e.V. (VdOE)
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Stellungnahme zum Eckpunktepapier der Bundesregierung
erstellt am 02.09.2007
Mitteilung:
Für die Bundesregierung haben das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz BMELV und das Bundesgesundheitsminsiterium BMG ein "Eckpunktepapier zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängende Krankheiten" verfasst.
Hierzu hat die DAG eine Stellungnahme an die Ministerien verfasst, die unter dem Link weitere Informationen abgerufen werden kann.
weitere Informationen
Nationaler Aktionsplan gegen Übergewicht verabschiedet
erstellt am 16.05.2007
Mitteilung:
Der Beirat und Vorstand der Deutschen Adipositas-Gesellschaft e.V: haben einstimmig den von den Kollegen Müller, Maier und Mann erarbeiteten Entwurf für einen Nationalen Aktionsplan gegen Übergewicht verabschiedet. Der vollständige Text kann über den Link "weitere Informationen" abgerufen werden.
weitere Informationen
Adipositas-Leitlinie ergänzt
erstellt am 09.05.2007
Mitteilung:
Aufgrund der Datenlage zu Rimonabant wurde die Leitlinie zur Prävention und Therapie der Adipositas im Abschnitt adjuvante medikamentöse Therapie ergänzt. Die ergänzte Fassung kann unter dem Link weitere Informationen abgerufen werden.
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Nationaler Aktionsplan zur Adipositas
erstellt am 09.05.2007
Mitteilung:
Die Verantwortlichen der Deutschen Adipositas-Gesellschaft haben einen Entwurf für einen Nationalen Aktionsplan im Kampf gegen Übergewicht und Adipositas entwickelt und diesen am 23. März in den zuständigen Ministerien, dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) und dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) vorgestellt. Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft fordert die Politik und die verantwortlichen Ministerien auf, die vielfältigen Aktivitäten auf diesem Gebiet zusammenzuführen und einen Nationalen Aktionsplans umzusetzen. Eine Presseerklärung zu diesem Thema kann über den Link "weitere Informationen" abgerufen werden.
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Kostenerstattung von Formuladiäten in der Adipositastherapie
erstellt am 02.03.2007
Mitteilung:
Der Vorstand der Adipositas-Gesellschaft ist gebeten worden, bei den Krankenkassen intervenieren, um eine ablehnende Aussage der Krankenkassen zum Einsatz von Formuladiäten angesichts der positiven Beurteilung in den Leitlinien zu revidieren. In einem Artikel von Dr. Thomas Ellrott im AdipositasSpektrum (Heft 6/2006, S. 6-8) wurde dieses Thema ebenfalls aufgegriffen und kritisch diskutiert.
Der Vorstand hat sich mit der Angelegenheit beschäftigt und kam zu der Feststellung, dass sich die ablehnende Haltung der Krankenkassen - zumindest offiziell - auf den Einsatz von Formulaprodukten in der Prävention bezieht, nicht jedoch auf die Therapie. Eine differenzierte Darstellung dieser Sachverhalte findet sich vollständigen Stellungnahme, die über den Link "weitere Informationen" abgerufen werden kann.
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Acomplia® (Rimonabant) als Lifestyle-Medikament?
erstellt am 20.02.2007
Mitteilung:
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die herstellende Firma (Sanofi Aventis) und Fachgesellschaften aufgefordert, eine Stellungnahme zu der Frage abzugeben, ob Acomplia den Liftestyle-Medikamenten gemäß § 34 SGB V zuzuordnen sei. Bezüglich dieser Frage hat auch die DAG am 28.8.2006 eine Stellungnahme formuliert. Diese
Stellungnahme der DAG
kann über den Link weitere Informationen zu dieser Mitteilung abgerufen werden.
Am 18.10.2006 teilte der G-BA in einer Pressemitteilung mit, dass Acomplia® gemäß § 34 SGB V von der Erstattung durch die gesetzlichen Krankenkasse ausgeschlossen werden soll.
Dieser Beschluss wurde im Bundesanzeiger vom 12. Januar 2007 bekannt gemacht und ist damit in Kraft getreten. Damit ist Acomplia® von der Erstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen ausgenommen.
Der Vorstand der Deutsche Adipositas-Gesellschaft e.V. bekräftigt daher nochmal seine Stellungnahme, dass diese Entscheidung der Bedeutung von Acomplia® bei der Behandlung der Adipositas nicht gerecht wird.
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Stellungnahme der DAG zur Salatlüge
erstellt am 02.02.2007
Mitteilung:
Der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer hat in einer Sendung von Stern-TV den Kopfsalat verunglimpft, indem er sinngemäß sagte, der Nährwert entspreche etwa dem eines Glases Wasser mit einem Papiertaschentuch. Damit ist leider wieder einmal ein überflüssiger Beitrag zur Verunsicherung von Verbrauchern und Patienten über Ernährungsfragen geleistet worden. Eine von Frau Gerlach (DAG Beirat) verfasste und vom Vorstand unterstützte Stellungnahme kann unter weitere Informationen abgerufen werden.
weitere Informationen
AdipositasSpektrum
erstellt am 05.07.2006
Mitteilung:
AdipositasSpektrum, die Mitteilungen der Deutschen Adipositas-Gesellschaft, sind unter
www.adipositasspektrum.de
online abrufbar.
weitere Informationen
WHO Fakten Blatt Adipositas: Eine Herausforderung
erstellt am 11.01.2006
Mitteilung:
Das WHO Faktenblatt EURO/13/05 mit dem Titel "Adipositas: Eine Herausforderung für die Europäische Region der WHO" steht unter dem Link
http://www.euro.who.int/document/mediacentre/fs1305g.pdf
zur Verfügung.
weitere Informationen
Neue Version der Cochrane Library
erstellt am 03.02.2005
Mitteilung:
In den Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschftlich-Medizinischen Fachgesellschaften AWMF
http://www.egms.de/en/journals/awmf/
war zu lesen, dass die Cochrane Library mit einer neuen Oberfläche erschienen ist. Der
entsprechende Artikel
enthält auch Hinweise auf einen preisgünstigen Zugriff auf die Cochrane Library.