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Pressemitteilungen 2011



erstellt am: 19.09.2011

Weltgemeinschaft entschlossen im Kampf gegen neue globale Epidemie der „Lebensstilkrankheiten“
Vereinte Nationen beschließen Deklaration gegen nichtübertragbare Krankheiten


New York, 19. September 2011 Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krebs, Diabetes und chronische Lungenkrankheiten bedrohen zunehmend nicht nur die Lebensqualität der Menschen und die Gesundheitssysteme aller Nationen weltweit, sondern immer mehr auch die gesamte globale Wirtschaftsentwicklung. Für weniger entwickelte Länder stellen sie auch ein ernstzuneh-mendes Entwicklungshindernis dar. Die Weltgemeinschaft erkennt jetzt ungesunde Lebensmittel, Bewegungsmangel, schädlichen Alkoholkonsum und uneingeschränkt den Konsum von Tabakprodukten als vermeidbare Ursachen dieser chronischen Krankheiten an. Ungesunde Lebensstile sind ursächlich ein Ergebnis unausgewogener gesundheitlicher Chancengleichheit in einer Umwelt, die gesundes Verhalten Einzelner erschwert. Die Förderung gesunder Lebensstile in allen Politikbereichen kann kosteneffektiv einen Großteil der nichtübertragbaren Krankheiten verhindern und damit die Gesundheit, die Produktivität, das wirtschaftliche Überleben und die nachhaltige Entwicklung zukünftiger Generationen sichern.

„Die Situation ist alarmierend.“, so Ban Ki-moon, Generaldirektor der Vereinten Nationen. „Die Dimension des Problems ist so groß, dass der Gesundheitssektor allein damit nicht fertig wird.“ So Ban Ki-moon weiter. Effektive Präventionsstrategien auf Bevölkerungsebene seien dagegen fast für umsonst zu haben. Die heute verabschiedete politische Deklaration lege einen exzellenten Grundstein zur Abwendung von vermeidbarem Schmerz und Leid, vermeidbaren Kosten, Behinderungen und Sterbefällen. Die Menschen müssten sich mehr bewegen, gesünder essen, weniger Alkohol trinken und mit dem Rauchen aufhören. In der Verantwortung der Regierungen liege es, dafür zu sorgen, dass ihre Bevölkerungen dazu befähigt würden, gesünder zu leben. Dazu müssten gesunde, nachhaltig produzierte Lebensmittel bereitgestellt werden und mit Hilfe von Medien und Marketingkampagnen müsste ein gesunder Lebensstil Verbreitung finden, so Ki-moon. In der Verantwortung des privaten Sektors liege es, nachhaltig zu wirtschaften, Luft, Wasser und Land sauber zu halten und Profitstreben nicht über die Verantwortung gegenüber dem menschlichen Wohlergehen zu stellen.

Margret Chan, Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nannte den Gipfel einen dringend notwendigen Weckruf, das „Desaster in Zeitlupe“ rechtzeitig und mit aller Entschlossenheit auf höchster Ebene anzugehen. „Nur was gemessen wird, wird auch in Angriff genommen“, sagte sie und bekräftigte damit die Notwendigkeit der Datenerhebung als Grundlage für Zielformulierungen und Messung von Fortschritten. Sie nannte die erschreckend schnell um sich greifende Adipositasepidemie ein Warnsignal dafür, dass „etwas ganz schrecklich falsch“ laufe. „Die hohen Zahlen übergewichtiger und adipöser Menschen sind kein Anzeichen dafür, dass die Betroffenen persönlich versagt haben, sondern sie zeigen uns, dass die Politik auf höchster Ebene versagt hat“. Starke globale Kräfte seien wesentliche Verursacher dieses Problems und diesen gelte es mit gleicher „Top-level-power“ auf allen Regierungsebenen zu begegnen.

„Wir sind stolz darauf, dass die Weltgemeinschaft endlich anerkennt, dass an Kinder gerichtete Werbung für ungesunde Lebensmittel und Getränke das Problem weiter verschlimmert und dass die WHO-Empfehlungen zur Eindämmung dieser Werbung Teil der Deklaration geworden ist, sagte Prof. Dr. med. Shiriki Kumanyika, Delegierte der Internationalen Adipositas Gesellschaft IASO. „Trotzdem sind wir noch nicht zufrieden, denn wir brauchen internationale und rechtlich verbindliche Handlungsrahmen, denn die großen Lebensmittelkonzerne arbeiten auch global, so die Adipositasexpertin.

Die Weltgesundheitsorganisation ist jetzt aufgefordert, bis 2012 Vorschläge für eine multisektorale Partnerschaft zwischen Regierungen und Zivilgesellschaften zu entwickeln, unter Berücksichtigung des Beitrags gesundheitsbezogener Nichtregierungsorganisationen und von Patientenverbänden. Es müssen Ziele vorgegeben und Indikatoren zur Messung von Fortschritten im Zeitverlauf festgelegt werden. Bis Ende 2013 sollen die Regierungen Nationale Aktionspläne gegen nichtübertragbare Krankheiten entwickeln. Für 2014 ist ein Zwischenbericht auf höchster UN-Ebene vorgesehen. Außerdem wird geprüft, ob die nichtübertragbaren Krankheiten ab 2015 in die Millennium Entwicklungsziele der Vereinten Nationen integriert werden sollen.

Ban Ki-moon
Ban Ki-moon auf dem UN-Gipfel in New York
Quelle: diabetesDE
 
Margret Chan und Stefanie Gerlach
Margret Chan (links), Stefanie Gerlach (rechts)
Quelle: diabetesDE

Stefanie Gerlach und Shiriki Kumanyika
Stefanie Gerlach (links), Shiriki Kumanyika (rechts)
Quelle: diabetesDE


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