Logo DAG

Arbeitsgemeinschaft

AGA Adipositas im Kindesalter

Kompetenznetz

Kompetenznetz Adipositas

Fachorgane

Adipositas Zeitschrift

Obesity Facts

Kooperationspartner

Deutsche Diabetes-Hilfe

DiabetesStiftung DDS

Deutsche Allianz Nicht�bertragbare Krankheiten DANK

Links

weitere Links

Pressemitteilungen 2011



erstellt am: 15.11.2011

Realitätsfern und handwerklich schlecht:
DAG kritisiert IQWiG-Vorbericht zu Adipositastherapie bei Diabetes Typ 2


München, den 14. November 2011 Am 11. Oktober 2011 veröffentlichte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) einen Vorbericht über eine Leitlinien- und Übersichtsrecherche zur Behandlung der Adipositas bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2. Experten und Fachgesellschaften hatten knapp 4 Wochen Zeit für eine Stellungnahme. Die DAG kritisiert, dass eine unvollständige Literaturrecherche und veraltete Quellen zu falschen Schlussfolgerungen für adipöse Menschen mit Diabetes führen - einer der größten Problemgruppen im deutschen Gesundheitssystem.

„Grundsätzlich begrüßen wir, dass der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) zu dieser Thematik einen Bericht beim IQWiG in Auftrag gegeben hat“, kommentiert Prof. Dr. med. Hans Hauner, Präsident der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) das Erscheinen des Vorberichts. „Der Bericht erscheint formal richtig, wird aber durch nicht nachvollziehbare Selektionskriterien der Komplexität der Fragestellung und Studien in keiner Weise gerecht. Wir finden es außerdem befremdlich, dass längst veraltetes Datenmaterial zum Vorkommen von Adipositas und Diabetes mellitus Typ 2 herangezogen und dass wichtige Studien zu der Thematik völlig ausgeblendet wurden“, so der Präsident.

Ebenfalls nicht nachvollziehbar sei, dass die „Evidenzbasierte Leitlinie zur Prävention und Therapie der Adipositas“ der Deutschen Adipositas-Gesellschaft, die in Zusammenarbeit mit der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin erstellt worden ist, zu Unrecht als „nicht mehr aktuell“ von der Analyse ausgeschlossen worden ist. Auch hätten die Praxis-Leitlinien der DDG keinerlei Berücksichtigung gefunden, die jährlich von der Leitlinienkommission der vier beteiligten Fachgesellschaften aktualisiert werden. Diese förderten die Umsetzung des Leitlinienwissens in den Versorgungsalltag, was eigentlich im Sinne des Gemeinsamen Bundesausschusses sei.

„Wir kritisieren vor allem, dass wichtige Studien ignoriert werden, die den Nutzen einer Gewichtssenkung bei adipösen Patientinnen und Patienten mit Diabetes Typ 2 plausibel belegen. Damit entsteht der irreführende Eindruck, dass der Nutzen einer Gewichtsabnahme für diese Patienten nicht nachgewiesen ist. Auch wurden gewichtssenkende Antidiabetika wie Metformin und GLP1-Mimetika nicht in die Analyse mit einbezogen, obwohl dazu zahlreiche Daten vorliegen, diese Medikamente häufig eingesetzt und auch von den Kassen bezahlt werden.“, so Hauner weiter.

Insgesamt verdiene die sehr willkommene und lobenswerte Initiative des Gemeinsamen Bundesausschusses eine breitere Diskussion in Fachkreisen. Adipöse Typ 2 Diabetiker seien medizinisch hoch gefährdet und bedüften einer besseren Betreuung. Unabhängige und ausgewiesene Experten sollten in die Vorbereitung und Interpretation einer solchen Analyse eingebunden sein, so das Resumee des DAG-Präsidenten.



Weitere Informationen:
https://www.iqwig.de/sidmtdqfhfp7m50hhnbu9ihh9382hf3gclk/adipositas-bei-typ-2-diabetes-vorbericht-zu.1369.html


zurück

Aktuelles

Diskriminierung? Nein Danke! Neu: der "Medienleitfaden Adipositas" zum download

Medienleitfaden

Neue interdisziplinäre, Evidenz-basierte Leitlinie der DAG e.V.

mehr


Newsletter der DAG abonnieren

NEWSTICKER

Den DAG-Nachrichtenticker finden Sie jetzt auf der DAG-Facebookseite.

DAG bei facebook

Diabetes STOPPEN

Diabetes STOPPEN
 

myBMI-Rechner