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Pressemitteilungen 2014



erstellt am: 19.11.2014

Deutsche Adipositas-Gesellschaft Mitunterzeichner
Offener Brief an WHO-Generaldirektorin Margaret Chan für den Schutz gesunder Ernährung

München/ Rom, den 19. November 2014 Gemeinsam mit mehr als 320 anderen Gesundheitsorganisationen weltweit richtet die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) zum heutigen Start der Internationalen Konferenz für Nahrung und Ernährung (ICN2) in Rom einen Appell an die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation, Dr. Margaret Chan, eine für die Nationen rechtlich verbindliche, globale Vereinbarung zum Schutz und zur Förderung gesunder Ernährung zu verfassen.

„In unserem gemeinsamen Brief drücken wir unsere Sorge darüber aus, dass sich die Zahl der Menschen mit Adipositas (starkem Übergewicht) seit 1980 weltweit verdoppelt hat und dass ungesunde Nahrungsmittel und Ernährungsweisen sich zum größten Risikofaktor für die immer stärker um sich greifenden „nichtübertragbaren“ Krankheiten entwickelt haben, insbesondere Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs.“, so Prof. Dr. Martin Wabitsch, Präsident der Deutschen Adipositas-Gesellschaft. Kein Land der Welt habe es bisher geschafft, der Adipositaswelle zu entkommen oder ihr etwas entgegenzusetzen. Im Gegenteil werde das Problem weltweit immer noch massiv unterschätzt und bisherige Versuche, die Adipositasepidemie mittels freiwilliger Maßnahmen einzudämmen, müssten als gescheitert betrachtet werden, so der Kinder- und Jugendarzt.

Entscheidungen über Nahrungsmittelproduktion und –verteilung dürften deshalb nicht mehr allein ökonomischen Interessen überlassen werden. Die Nationen sollten gesetzgeberische Maßnahmen ergreifen, um Unter-, Über- und Fehlernährung besser vermeiden und die Gesundheit ihrer Bürger besser schützen zu können, so der Appell an WHO-Generalsekretärin Dr. Margaret Chan. Die Unterzeichner plädieren für die Vereinbarung eines globalen Rahmenwerks zum Schutz und zur Förderung gesunder Ernährung nach dem Modell der Tabakkontrolle (FCTC= Framework Convention on Tobacco Control), einer „Global Convention to Protect and Promote Healthy Diets“.

Zu den weltweit empfohlenen Maßnahmen zählen die Unterzeichner: Einschränkungen des Marketings von Lebensmitteln an Kinder, Regelungen von Gesundheitsbehauptungen auf verpackten Lebensmitteln („Health Claims“), Rezepturverbesserungen, z.B. Begrenzungen für gesättigte Fette, zugesetzte Zucker, Senkung des Salzgehaltes, Entfernung technologisch bedingter Transfettsäuren in Lebensmitteln, leicht verständliche Nährwertkennzeichnung auf der Schauseite der Verpackung („front-of-pack“), Kalorienausweisung bei Außer-Haus-Verzehr in Restaurants, Steuern [für ungesunde] und finanzielle Anreize [für gesunde] Lebensmittel sowie die Berücksichtigung von Folgenabschätzungen für die Gesundheit bei handelspolitischen und Investitionsentscheidungen seitens der Regierungen.

Der Brief erscheint auch in der aktuellen Ausgabe der renommierten medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“. Aktueller Anlass des Briefes ist die heute beginnende, von WHO und FAO 2/2 (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) organisierte „International Conference on Food and Nutrition“ (ICN2) in Rom, zu der auch Papst Franziskus erwartet wird.

Quellen:

  1. Open letter to Dr. Margaret Chan (WHO):
    http://www.worldobesity.org/site_media/uploads/WorldObesity_Open_Letter.pdf

  2. International Conference on Food and Nutrition (ICN2):
    http://www.fao.org/about/meetings/icn2/background/en
    http://www.who.int/nutrition/topics/WHO_FAO_announce_ICN2/en/index3.html


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