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erstellt am: 09.10.2018

Welt-Adipositastag 2018 – „End weight stigma“
„Medienleitfaden Adipositas“: Diskriminierung – nein, Danke!

München 11. Oktober 2018 Zum heutigen Welt-Adipositastag 2018 bringen die wissenschaftliche Fachgesellschaft Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) und das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen, Leipzig den „Medienleitfaden Adipositas“ heraus. Er enthält praktische Empfehlungen für Journalisten und Medienschaffende zum Umgang mit Adipositas und Menschen mit Über¬gewicht in den Medien. „Menschen mit Adipositas erfahren tagtäglich vielfältige Formen der Diskrimi¬nierung, leider auch in den Medien. Wir wünschen uns eine ausgewogene, empathische und faire Berichterstattung und eine destigmatisierende Darstellung von Menschen mit der chronischen Krankheit Adipositas in den Medien“, erläutert Professor Dr. med. Matthias Blüher, DAG-Präsident und Leiter der Adipositasambulanz des IFB. „Die Medien haben ein großes Potential, das stigmatisierende Adipositas-Narrativ positiv zu beeinflussen. Betroffene brauchen professionelle Hilfe, die das Gesundheits¬system nicht adäquat bietet; eine respektvolle Kommunikation kann mithelfen, für diese Notwendigkeit den Boden zu bereiten“, so Dr. oec. troph. Stefanie Gerlach, Mediensprecherin im DAG-Vorstand.

„Dass von Übergewicht Betroffene allein für ihr eigenes Gewicht verantwortlich und „nur zu faul zum Abnehmen“, zu „langsam“ oder zu „willensschwach“ seien, sind sehr hartnäckige und weit verbreitete, falsche Annahmen“, so Adipositasforscher Blüher. „Den Betroffenen wird suggeriert, dass Adipositas vollständig kontrollierbar sei und sie ihr Übergewicht eigenverantwortlich behandeln müssen. Diese Haltung wird den Betroffenen nicht gerecht und ist ein Ausdruck fehlender Sachkenntnis über die chronische Krankheit Adipositas“, so Blüher. Derzeit ist die Therapie der Adipositas aber keine Regelleistung der Krankenkassen. Das hat zur Folge, dass für hilfesuchende Patienten kaum eine strukturierte Grundversorgung vorhanden ist und empfohlene multimodale Therapieprogramme nicht flächendeckend verfügbar sind.

„Wir sehen die alltägliche Diskriminierung von Menschen mit Adipositas und die fehlenden Versorgungsstrukturen im Gesundheitssystem für Betroffene als zwei Seiten einer Medaille an – beide bedingen sich gegenseitig“, verdeutlicht Gerlach. „Ein respektvoller verbaler und nonverbaler Umgang mit Betroffenen in Gesellschaft und Medien, Anerkennung der Diversität körperlicher Erscheinungsformen, aber auch Wahrnehmung gesundheitlicher Risiken und therapeutische Hilfestellung für Menschen mit Adipositas gehören zusammen“, so die Ernährungswissenschaftlerin.

Über die Medien werden jedoch zu häufig abschätzige Botschaften, stigmatisierende Fotos, klischeehaftes, vorführendes Storytelling und simplifizierende „Lösungen“ zum Thema Adipositas verbreitet. Diese wirken direkt und indirekt als Schuldzuweisungen und damit als zusätzliche Stressoren. Betroffene erleben es als Belastung, dass die Anforderungen zur Veränderung ihres Zustandes subjektiv ihre Bewältigungs¬möglichkeiten übersteigen. Die Stigmatisierung eines hohen Gewichts kann so selbst zu ungesunden Verhaltens¬weisen und damit zu neuen Risikofaktoren führen, die das Übergewicht verschlimmern. Oft führen gewichts¬bezogene Diskriminierungserfahrungen zur Verinnerlichung der stigmatisier¬enden Einstellungen mit Selbstabwertungen (Selbststigmatisierung), zu einer vermehrten Unzufriedenheit mit dem eigenen Körperbild und zu vermehrter Nahrungsaufnahme oder auch Essstörungsepisoden, die das Über¬gewicht weiter erhöhen. Oft verschlechtert sich das emotionale Wohlbefinden und verursacht depressive Verstimmungen, Angst, niedrige Selbstwertschätzung und sogar suizidale Tendenzen.

Die gesellschaftliche Stigmatisierung von Übergewicht, zu der Medien in vielfältiger Weise beitragen, hat daher entscheidende Konsequenzen sowohl für die physische als auch für die emotionale Gesundheit Betroffener. Sie ist der Schlüssel und die treibende Kraft für die Diskriminierung von Menschen mit Adipositas und trägt nachhaltig zur Aufrechterhaltung gesundheitlicher und sozialer Ungleich¬heiten bei.

Die gute Nachricht: Für Journalisten und Medienschaffende, die faire, angemessene und respektvolle Beiträge liefern wollen, hält der „Medienleitfaden Adipositas“ praktische Empfehlungen zur destigmatisierenden Kommunikation bereit hinsichtlich:

  • Respektierung von Diversität und Vermeidung von Klischees
  • Verwendung einer angemessenen Sprache/ Terminologie („Patient 1st“-Language“)
  • Ausgewogene und angemessene Berichterstattung
  • Respektvolle Darstellung auf Fotos/ in Videos (mit Checkliste)
Hier finden Sie den „Medienleitfaden Adipositas“ zum kostenlosen Download:
http://adipositas-gesellschaft.de/fileadmin/PDF/Presse/A5_DAG-MLF2018_NS_RZ_08102018.pdf

Weitere Quellen:
  1. https://www.obesityday.worldobesity.org/world-obesity-day-2018
  2. http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0017/351026/WeightBias.pdf


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