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Pressemitteilungen 2018



erstellt am: 16.01.2018

Adipositas-Fachgesellschaften und Patienten kritisieren Begutachtungsleitfaden Adipositas-Chirurgie des Spitzenverbandes der Medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDS)
„Augen zu und durch“ ist keine akzeptable Strategie!


München/Berlin, den 12. Januar 2018 In einer Stellungnahme zum Begutachtungsleitfaden Adipositas-Chirurgie des Spitzenverbandes der Medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDS) vom 6. Oktober 2017 kritisieren die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) und die Chirurgische Arbeitsgemeinschaft Adipositas und Metabolische Chirurgie (CAADIP) der Deutschen Gesellschaft für Adipositas-und Viszeralchirurgie die Empfehlungen des MDS, die gravierende Auswirkungen auf die chirurgische Versorgung schwer- und schwerstübergewichtiger Patienten in Deutschland haben wird. Denn die regionalen Medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDKs) werden sich zukünftig nach den Empfehlungen des MDS richten.
DAG und CAADIP begrüßen, dass die metabolische Chirurgie beim MDS angekommen ist, kritisieren jedoch, dass Handlungsempfehlungen nicht auf der Grundlage der bestverfügbaren Evidenz formuliert worden sind, dass konservative und chirurgische Maßnahmen fehlerhaft verglichen wurden, reale Langzeitdaten nicht in die Beurteilung eingegangen sind und die Chance verpasst ist, anhand der Evidenz zu bewerten, wie Versorgungsstrukturen ineinander greifen sollten, um den bestmöglichen Nutzen zu stiften. Die Adipositas-Experten vermissen außerdem eine patientenzentrierte Auseinandersetzung mit der Versorgungsrealität und verwehren sich gegen stigmatisierende Bewertungen bei ausbleibenden konservativen Therapieerfolgen.


„Wir begrüßen, dass die metabolische Indikation zur operativen Intervention nun erstmals Eingang in den Leitfaden gefunden hat. Wir stimmen zu, dass die Indikation zur Operation sich nicht ausschließlich am BMI, sondern primär am Risikoprofil der Patienten und der Wahrscheinlichkeit eines tatsächlichen Therapieerfolges orientieren sollte. Erstmals werden leitliniengemäß auch die Elemente einer konservativen Therapie aufgeführt.“, so der Kommentar von Prof. Dr. med. Dieter Birk, Adipositaschirurg aus Bietigheim-Bissingen. „Insgesamt hat der MDS-Begutachtungsleitfaden jedoch schwerwiegende handwerkliche Fehler, die die desolate Versorgungssituation der Patienten eher auf einem längst überholten Wissenstand zementiert. Man fühlt sich an das alte Sprichwort erinnert ´Bitte belästigen sie mich nicht mit Fakten, meine Meinung steht`!“, so Birk, Vorsitzender der CAADIP.

„Der Begutachtungsleitfaden dient dem Zweck, die Indikationsvoraussetzung für einen adipositaschirurgischen Eingriff zu prüfen. Der exponentiell gestiegene Wissens- und Erfahrungszuwachs in der Adipositaschirurgie der letzten 14 Jahre spiegelt sich in diesem Begutachtungsleitfaden des MDS aber leider nicht adäquat wider. Wir wünschen uns eine angemessene Berücksichtigung harter Langzeitdaten zu beiden Konzepten unter realen Lebensbedingungen.“ bestätigt auch Prof. Dr. med. Matthias Blüher, Präsident der DAG. Der Leipziger Adipositasexperte fährt fort: „Leider verfolgen die Autoren des Begutachtungsleitfadens weiterhin das Konzept des Gegensatzes von konservativer gegen chirurgische Adipositastherapie und das des „bösen“ Therapieversagers (Patienten), anstatt die Chance zu nutzen, anhand der Evidenz vorzuschlagen, wie beide Konzepte zum größtmöglichen Nutzen ineinandergreifen könnten. Die Empfehlung im Begutachtungsleitfaden, leitliniengerechte Bausteine konservativer Therapien über selbstzuzahlende IGEL-Leistungen abzudecken, empfinden wir als zynisch. Der MDS sollte die Behandlungsnotwendigkeit anerkennen; der Rechtsanspruch bei Adipositas wurde in vielen Urteilen von Landesgerichten und vom Bundessozialgericht bestätigt.“

Steffy Wirtz, Patientenvertreterin der DAG und Leiterin der „Adipositashilfe Nord“ kommentiert: „Dass eine metabolische Indikation für einen chirurgischen Eingriff bei entsprechendem Risikoprofil nun als primäre Therapie möglich ist, sehen wir eindeutig als Verbesserung – alles andere wäre für die Betroffenen Quälerei und würde den gesundheitlichen Schaden erhöhen. Dennoch ist die Versorgungssituation für uns Adipositaspatienten grundsätzlich skandalös. Reha und Kuren werden abgelehnt, weil ambulante konservative Therapien „nicht ausgeschöpft“ werden. Konservative Therapien als Heilmittel für schwer übergewichtige Menschen kommen aber im Leistungskatalog der Krankenkassen gar nicht vor! Die Nachsorge bei adipositaschirurgisch operierten Menschen ist in keiner Weise gesichert bzw. einheitlich geregelt – dabei ist sie das A und O für einen nachhaltigen Erfolg. Das ist unakzeptabel für uns Patienten!“

Gemeinsames Statement der CAADIP und der DAG zum Begutachtungsleitfaden Adipositaschirurgie des Spitzenverbandes der Medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDS):
http://www.dgav.de/fileadmin/media/texte_pdf/caadip/2017-10_CAADIP_Gemeinsames_Statement_MDS_Leitfaden.pdf


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