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erstellt am: 12.09.2017

Gemeinsame Pressemitteilung von DAG und Kompetenznetz Adipositas

Weniger „verkopfte“ Nährwerte, mehr vollwertige Lebensmittel:
Adipositas-Experten begrüßen neue „10 Regeln der DGE“

München, 12. September 2017 Auf der Grundlage neuer Entwicklungen in der Ernährungswissenschaft und aktueller Trends in der Ernährungskommunikation hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) jetzt eine Aktualisierung der `10 Regeln für eine gesunde Ernährung´ vorgenommen (http://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/). Zwar bleiben die Kernbotschaften im Wesentlichen unverändert, die neuen Regeln sind aber zeitgemäßer formuliert und deshalb praxisnäher und leichter umsetzbar.

„Wir begrüßen die neuen, vereinfachten DGE-Regeln, denn langfristig kommt es auf eine gesunde Lebensmittelauswahl an, dazu müssen wir die Menschen befähigen - „verkopfte“ Nährwertempfehlungen sind im Alltag für den Verbraucher weder umsetzbar noch überprüfbar“, lobt Prof. Dr. Matthias Blüher, Präsident der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) die Neuerungen. „Die `10 Regeln´ haben sich nur sehr subtil aber relevant verändert: Sie sind präziser und kürzer gefasst und zeichnen sich an manchen Stellen durch kommunikative Schwerpunktverlagerungen aus“, beschreibt der Leipziger Adipositasforscher und –therapeut die vorgenommenen Änderungen. „Wir begrüßen auch ausdrücklich, dass der Punkt `Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben´ weiterhin integraler Bestandteil ist, denn die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland kämpft täglich mit zunehmendem Körpergewicht“, so Blüher.

„Die neuen lebensmittelzentrierten Empfehlungen sind eindeutiger formuliert und werden es den Menschen zukünftig leichter machen, eine gesunde Lebensmittelauswahl zu treffen. Sie machen Sinn, weil die Ernährung und ihre Wirkung auf die Gesundheit immer die Summe vieler Nährstoffe über die Zeit sind.“, kommentiert Prof. Dr. Hans Hauner, Mitglied im Beirat der DAG und einer der Sprecher des Kompetenznetz Adipositas - und seit Jahren auf fachlicher Ebene in die Erstellung der DGE-Leitlinien und -Empfehlungen involviert. „Die Kernbotschaften der `10 Regeln´ bleiben zwar im Wesentlichen unverändert, aber die DGE verabschiedet sich von den bisherigen, von vielen als starr empfundenen Regeln und ermöglicht so auch größere Flexibilität und Freiheitsgrade. Die neuen Regeln sind aber keinesfalls ein Freibrief für einseitige Empfehlungen, die in Deutschland weiterhin populär sind und gerne von mehr oder weniger selbsternannten „Ernährungsexperten“, meist ohne Kenntnis und Berücksichtigung der wissenschaftlichen Literatur propagiert werden,“ führt Hauner weiter aus. Manche Kritik an der als dogmatisch empfundenen Haltung der DGE sei jedoch durchaus berechtigt gewesen, räumt Hauner ein. Er begrüße deshalb, dass die DGE seit einiger Zeit eine offenere Diskussion und Kommunikation pflege.

Was hat sich konkret verändert?

Während in der Vergangenheit Empfehlungen zu Nährwerten in Gramm oder Tages-Energieprozenten angegeben wurden (z.B. 60-80 g Fett und 30 g Ballaststoffe pro Tag oder Fettanteil von 30 % der Gesamtenergieaufnahme pro Tag), nennen die neuen Empfehlungen jetzt konkrete Lebensmittelgruppen mit eher ungefähren Mengenangaben. Gemüse und Obst werden dadurch nochmals aufgewertet, dass sie bereits an zweiter Stelle nach der empfohlenen vielfältigen Lebensmittelauswahl genannt werden, während die stärkereichen Lebensmittel nun erst an dritter Stelle vorkommen, hier der Aspekt „Vollkorn“ im Vordergrund steht und die Kartoffel nicht mehr explizit erwähnt wird. Neu ist auch, dass präventive Krankheitsaspekte erwähnt werden. Tierische Lebensmittel sollen die überwiegend pflanzliche Nahrung (nur) „ergänzen“, im Hinblick auf die Fette steht die Qualität im Sinne gesundheitsfördernder Eigenschaften im Vordergrund, nicht explizit die Menge; versteckte und unsichtbare Fette sollen gemieden werden (vorher: „Achten Sie auf …“). Bei Zucker und Salz sinkt die Toleranz: hier heißt es nun eindeutig „einsparen“ (statt vorher „in Maßen“). Glasklar steht zum Trinken nun eine qualitative Empfehlung im Vordergrund: „am besten Wasser“ (während es vorher schwerpunktmäßig um die Trinkmenge ging.) Von zuckergesüßten und alkoholischen Getränke wird explizit abgeraten. Lebensmittel „schonend zubereiten“ ist geblieben, neu ist der sensitiv-vielschichtige Begriff der „Achtsamkeit“ (statt „sich Zeit nehmen“) im Zusammenhang mit dem Genuß beim Essen. Unverändert dabei: Auf Gewicht achten und in Bewegung bleiben.

Hintergrund:

In den letzten Jahren setzt sich international zunehmend eine neue Ernährungskommunikation durch, die lebensmittelbasierte Empfehlungen beinhaltet. Auch Kohortenstudien werden zunehmend auf der Basis von Lebensmittelgruppen und Ernährungsmustern ausgewertet. In einigen Ländern (z.B. Holland) wurden bereits lebensmittelbasierte Ernährungsempfehlungen eingeführt, andere Ländern sind gerade dabei. Auch eine Expertengruppe der DGE beschäftigt sich mit diesem Ansatz und wird demnächst eine Stellungnahme dazu veröffentlichen.

Die lebhafte Diskussion der letzten Jahre nach der richtigen gesundheitsförderlichen Ernährung wurde häufig emotional und ideologisch geführt und drehte sich oft um die Frage, wie hoch der Anteil der Makronährstoffe (Fette, Kohlenhydrate, Eiweiß) sein soll. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) als in Deutschland für Ernährungsfragen zuständige und von der Bundesregierung geförderte Einrichtung beteiligte sich an dieser Debatte, z.B. durch Erstellung evidenzbasierter Leitlinien (Fette, Kohlenhydrate), und bemühte sich stets, den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zu berücksichtigen und in ihren Publikationen abzubilden. Um ihrem zusätzlichen Auftrag, die Bevölkerung über eine gesundheitsförderliche Ernährung aufzuklären, nachzukommen, faßt die DGE ihre Empfehlungen dazu in den sog. „10 Regeln der DGE“ plakativ zusammen. Die neuen „10 Regeln der DGE“ greifen diese Entwicklungen auf.

Neue interdisziplinäre, Evidenz-basierte Leitlinie der DAG e.V.

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