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erstellt am: 14.02.2018

Adipositas-Gesellschaft bekräftigt Forderung nach Nationalem Adipositasplan
Koalitionsvertrag bietet gute, aber unzureichende Ansätze

München/Berlin, den 14. Februar 2018 Anlässlich der Finalisierung des Koalitionsvertrages erneuert die Deutsche Adipositas-Gesellschaft ihre Forderung nach einem Nationalen Adipositas-Plan: „Im Koalitionsvertrag sehen wir in der Primärprävention teilweise gute, aber nicht ausreichende Ansätze. Die Versorgung adipöser Menschen bleibt ein dickes, ungelöstes Problem“, so Professor Dr. med. Matthias Blüher, Präsident der DAG. „Wir begrüßen das Vorhaben, eine nationale Strategie zur Reduzierung von Übergewicht vor allem bei Kindern und Jugendlichen aufzulegen. So weit waren wir politisch noch nie – das könnte ein wichtiger Durchbruch sein“, so Pädiater Professor Dr. Martin Wabitsch, diesjähriger Tagungspräsident der DAG.

„Einiges im Koalitionsvertrag geht in die richtige Richtung, es fehlt jedoch ein konzertiertes und umfassendes Konzept, die Adipositas endlich als nationales Problem anzuerkennen und strategisch anzugehen. Ein nationaler Adipositasplan1 ist notwendig, um die medizinische Versorgung schwer Übergewichtiger bundesweit einheitlich verpflichtend zu regeln.“, fasst Blüher zusammen.

„Die geplante nationale Strategie zur Reduzierung von Übergewicht vor allem bei Kindern und Jugendlichen ist jedoch ein ganz wichtiger erster Schritt,“ so Kinderarzt Wabitsch. Einen echten Durchbruch sehen die Adipositasexperten in der geplanten Festlegung der DGE-Qualitätskriterien als „Mindeststandard“ für die Verpflegung in Kitas, Schulen und in der Gemeinschaftsverpflegung: „Eine ganz grundlegende verhältnispräventive Maßnahme, für die wir lange gekämpft haben, sie sollte gesetzlich verankert werden!“ sagt Wabitsch. „Leider konnten sich die Koalitionäre aber nicht dazu durchringen, an Kinder gerichtete Werbung für übergewichtsfördernde Lebensmittel zu verbieten – das ist ein Manko, das die Ernährungserziehung durch Eltern und Lehrer weiterhin erschweren wird.“, bedauert Wabitsch.

„Im Bereich der Prävention begrüßen wir ausdrücklich auch das Vorhaben, das Präventionsgesetz nachzubessern, die noch für 2018 in Aussicht gestellte Festlegung verbindlicher, zeitgebundener Zielmarken für eine nationale Reduktionsstrategie zur Senkung von Zucker-, Salz- und Fettgehalten in verpackten Lebensmitteln und die geplante Weiterentwicklung der Nährwertkennzeichnung zur Erleichterung einer gesunden Lebensmittelauswahl. “, zählt Blüher auf.

Zur Nachbesserung des Präventionsgesetzes legen die Adipositasexperten der Politik ans Herz, die Empfehlungen des Zukunftsforums Public Health zu berücksichtigen, die dringend eine vorrangige Implementierung verhältnispräventiver Maßnahmen und eine begleitende Evaluierung präventiver Maßnahmen einfordern2.

„In den letzten zehn Jahren hat sich gezeigt, dass Deutschland durch die Initiative `InForm´ nicht in Form kommt – Deutschland ist heute so dick wie nie. Wir bedauern außerordentlich, dass die gesundheitsorientierte Mehrwertsteuer3, wie wir sie gemeinsam mit zwanzig anderen Gesundheitsorganisationen in Deutschland auf der Basis von Evidenz empfehlen, in der Politik noch nicht angekommen ist – obwohl auch immer mehr andere Länder mit solchen Maßnahmen gute Erfahrungen machen.“, so Blüher.

„Aus Sicht der Patienten begrüßen wir das Leitbild der Patientenorientierung im Koalitionsvertrag. Dass zukünftig `das Patientenwohl der entscheidende Maßstab für gesundheitspolitische Entscheidungen´ ist, muss auch für Adipositaspatienten gelten – alles andere wäre Diskriminierung von Menschen mit starkem Übergewicht!“, fordert Steffy Wirtz, Patientenbeauftragte der DAG von der Adipositashilfe Nord e.V..

Quellen:

  1. Politische Forderungen der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (2017)
    http://www.adipositas-gesellschaft.de/index.php?id=385&tx_dagmitteilungen_pi1%5BshowUid%5D=144&cHash=45ad2c3a81a504b7fef29303b83fbc5c
  2. Handreichung „Vorrang für Verhältnisprävention“ aus der Steuerungsgruppe des Zukunftsforums Public Health für alle mit Prävention in Praxis und Politik befassten Akteure. Vorgelegt von einer Ad-‐hoc-‐AG durch Freia De Bock, Raimund Geene, Wolfgang Hoffmann, Andreas Stang (12.12.2017)
    http://zukunftsforum-public-health.de/wp-content/uploads/2018/01/2017_12_Handreichung_Verh%C3%A4ltnispr%C3%A4vention_Zukunftsforum.pdf
  3. DAG-Pressemitteilung zur „Gesunden Mehrwertsteuer“:
    http://www.adipositas-gesellschaft.de/index.php?id=398&tx_dagmitteilungen_pi1%5BshowUid%5D=141&cHash=bd6d0e20b07a59a8306e81742d93f815

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